Die Zitadelle von Saint-Tropez

Die Zitadelle von Saint-Tropez. Foto ECPAD

Neben bekanntem Glanz und Glimmer und der Fassade der Gendarmerie kann Saint-Tropez mit einer reichen geschichtlichen Vergangenheit aufwarten, für die die über der Stadt thronende Zitadelle wohl das markantete Beispiel ist.

Neben bekanntem Glanz und Glimmer und der Fassade der Gendarmerie kann Saint-Tropez mit einer reichen geschichtlichen Vergangenheit aufwarten, für die die über der Stadt thronende Zitadelle wohl das markantete Beispiel ist.

Im 16. Jh. wird um die Stadt eine erste Stadtmauer mit Festungscharakter errichtet, die den Standort zum einen vor eventuellen Angriffen schützen und zum anderen die Autorität des Königs über die Tropezianer gewährleisten soll. Im Jahr 1589 überwacht Marschall de Villars die Bauarbeiten zur Errichtung eines Festungsbunkers auf dem 'Mühlenhügel' über Saint-Tropez. Dieses Bauwerk wird im Jahr 1595 zerstört, doch der Militäringenieur Raymond de Bonnfons unternimmt bereits zu Anfang des 17. Jh.s an der gleichen Stelle die Errichtung neuer Verteidigungsanlagen.
Im Jahr 1607 wird der aktuelle Bergfried der Zitadelle, ein breiter sechseckige Turm mit einem großen Innenhof, der über eine Zugbrücke zugänglich ist und von einer Artillerieplattform und drei Rundtürmen mit seitlichen Kanonenlöchern wirksam geschützt wird, fertiggestellt. Einige Jahre später wird das Bauwerk von einer Festungsmauer und einem Burggraben- und Böschungssystem umgeben. Somit wird Saint-Tropez zwischen Toulon und Antibes zu einem strategischen Verteidigungspunkt der französischen Küste und sämtliche Verteidigungsanlagen der Stadt sind somit zum Mittelmeer hin ausgerichtet. Im Jahr 1637 schlagen die Tropezianer auf diese Weise rund zwanzig spanische Schiffe in die Flucht, die einen Überraschungsangriff gegen den Hafen und vier Kriegsschiffe der königlichen Marine geplant hatten. Bis zum 19. Jahrhundert erfährt die Zitadelle keine wesentlichen Veränderungen. Zu dieser Zeit verleihen ihr die Militäringenieure dann ihre heutige Silhouette. Die Außenfassaden werden durchbohrt und hinter den Mauern ein Munitionslager untergebracht, der Eingang in den Innenhof wird mit Hilfe einer im Jahr 1830 entwickelten Zugbrücke fahrzeugtauglich angelegt. Während des ersten Weltkriegs wird die Festung zu einem Lager für deutsche Kriegsgefangene, die verschiedene gemeinnützige Arbeiten rund um die Stätte ihrer Gefangenschaft verrichten. Ab 1942 wird die Zitadelle zunächst von den italienischen und dann von den deutschen Truppen besetzt. Das Bauwerk wird zur gleichen Zeit wie die restliche Stadt von den alliierten Truppen und der ersten französischen Armee nach der Landung der Alliierten im August 1944 an der Mittelmeerküste zwischen Saint-Raphaël und Hyères befreit.
Die in einer lieblichen bewaldeten Hügellandschaft gelegene Zitadelle ist über einen kleinen von Eukalyptusbäumen und Zierlorbeer eingefassten Fußweg erreichbar, auf dem man nicht selten auch freilebenden Pfauen begegnet. Seit 1958 beherbergt das Gebäude ein Schiffahrtsmuseum mit rund einem Dutzend Sälen, in denen der Besucher die Geschichte der Schifffahrt in Saint-Tropez von der Antike bis hin zur Gegenwart anhand von authentischen Stücken nachvollziehen kann. In den Dauerausstellungen finden sich archäologische Unterwasserfunde, Modelle, Kupferstiche und Gemälde von Booten, sowie Dokumente zu den erstaunlichen Werdegängen der berühmten Männer von Saint-Tropez: So sind zwei Säle ganz Pierre André de Suffren, dem königlichen Landwogt, und Jean-François Allard, einem Offizier unter Napoleon und späterem Generalissimus eines indischen Prinzen gewidmet. Natürlich wird hier auch das Abenteuer der Landung der Alliierten, insbesondere anhand sehr interessanter Karten des damaligen Generalstabs, behandelt, aus denen sich das Fortschreiten der Befreier ablesen lässt. Die obere Museumsterrasse schließlich eröffnet dem Besucher ein ganz außergewöhnliches Panorama. Zum Meer hin erwartet den Besucher ein herrlicher Blick über den Golf von Saint Tropez und Sainte-Maxime: aneinandergereihte Felsklippen, Kaps, Buchten, Kreidefelsen und zahlreiche kleine Inseln. Landseitig kann man bei Mistral die schneebedeckten Flächen und roten Hänge des Esterel erkennen. Auf der Terrasse bewachen vier dem Feind abgenommene spanische Kanonen die Zitadelle symbolisch vor einem niemals wiederkehrenden Angreifer.
Zufahrt zur Zitadelle von Saint-Tropez 70 km von Toulon über Hyères auf der A 57, anschließend auf die N 98 bis Bertaud und auf die D 98a. 100 km von Nizza auf der A 8 Ausfahrt Nr. 38 Fréjus, St-Raphaël), anschließend auf die N 98 über Sainte-Maxime und die D 98a. 120 km von Aix-en-Provence über Brignoles auf der A 8 Ausfahrt Nr. 13 Le-Cannet-des-Maures, Vidauban, La Garde-Freinet) und anschließend auf die D 558 bis Bertaud und auf die D 98a. Besuch des Schifffahrtmuseums Ganzjährig täglich außer dienstags und an bestimmten Feiertagen geöffnet. Geführte Besichtigungen möglich (während der Touristiksaison auch in englischer Sprache). Fremdenverkehrsamt von Saint-Tropez Quai Jean Jaurès 83990 Saint-Tropez Tel.: 04.94.97.45.21 Fax: 04.94.97.82.66 Minitel: 36 15 VAR E-Mail: tourism@ot-saint-tropez.com

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