21 mars 1918 - La bataille de Picardie sonne l'heure de Foch

Sarcus, General Foch, der seit dem 26. März damit beauftragt ist, die anglofranzösischen Truppen zu koordinieren
Corps 1
21. März 1918 Mit der Schlacht in der Picardie schlägt die Stunde für Foch Anfang 1918 ist der Sieg der Alliierten noch in weiter Ferne. Im Gegenteil, Hindenburg und Ludendorff haben beschlossen, einen entscheidenden Schlag im Westen zu führen. Ihre Rechnung ist einfach: durch die Rückführung der deutschen Divisionen von der Ostfront, die auf Grund des separaten Friedens, der mit den Bolschewiken, den neuen Herren Russlands, geschlossen wurde, wieder verfügbar sind, kann die deutsche Armee das Kräfteverhältnis gegenüber den Franzosen und ihren Verbündeten im Westen zu ihren Gunsten verändern. Der Sieg muss schnell errungen werden, denn die Ankunft massiver amerikanischer Verstärkungstruppen kann dieses Kräfteverhältnis ab Mitte Juli 1918 wieder umkehren. Das Kräfteverhältnis im März 1918 Die Deutschen verfügen über 192 Infanteriedivisionen (d.h. 3 500 000 Mann und 700 000 Pferde). 85 sind in der Reserve, und 59 werden in der Picardie angreifen. Sie werden von 6 200 Artilleriegeschützen unterstützt.
Corps 2


Die militärische Lage an Land war Ende 1917, da mit Russland nicht mehr zu rechnen war, sehr viel günstiger für uns als man jemals hätte annehmen können ... So hatte die Armee ein Interesse daran, in die Offensive zu gehen... Über 40 Divisionen wurden in den Westen zurückgeholt... Im Januar und Februar (1918)... hatten wir an der ganzen Westfront eine zahlenmäßige Überlegenheit von etwa 25 bis 30 Divisionen. Auszug aus General Erich Ludendorff, Souvenirs de guerre (Meine Kriegserinnerungen) , Payot 1920. Auf der Seite der Alliierten zählt man 171 Infanteriedivisionen, davon 99 französische unter dem Kommando von Pétain, 58 englische und zwei portugiesische unter dem Kommando von Marschall Haig, und 12 belgische unter dem Kommando von König Albert. Pétain hält 60 Infanteriedivisionen an der Front, und es wird eine Reserve von 39 Divisionen gebildet. Er verfügt über 300 schwere Panzer von Schneider und Saint-Chamond und hofft, dass die ersten der 3 000 bestellten Renault - Panzer bald einsatzbereit sind. Der deutsche Ansturm Am Morgen des 21. März bricht die deutsche Offensive, genannt Operation " Michel ", mit Gewalt an einer Front von etwa 70 Kilometern in der Picardie los, zwischen der Scarpe und der Oise. Ludendorff hat sich mit seinen Kräften auf die britische Armee konzentriert, an ihrer Verbindungsstelle mit der französischen Armee. Die Vorbereitung durch die Artillerie ist kurz, etwa vier Stunden, aber heftig, wobei die Verteidiger von mehr als 6 000 Kanonen beschossen werden. Die Sturmtruppen der Deutschen vermeiden die starken Verteidigungsstellungen und dringen zwischen den Linien ein. Am Abend des 21. gelingt ihnen ein etwa zehn Kilometer tiefer Durchbruch der Front. Haig fehlt es an Mitteln, um die Bresche abzuriegeln, und er bittet um die Hilfe der französischen Reservetruppen im Tal der Oise.

Pétain stellt ihm etwa 100 000 Mann zur Verfügung, aber die Deutschen rücken weiter vor. Am 25. schwenken sie in Richtung Paris um und erreichen Noyon dans l'Oise, nachdem sie seit dem 21. mehr als 30 Kilometer vorgerückt sind. "Eine riesige Bresche klaffte bereits zwischen dem rechten Flügel der V. englischen Armee, die nach Westen zurück wich, und dem linken Flügel der VI. französischen Armee ... Die Straße nach Paris begann sich zu öffnen." Oberst A. Grasset, "Foch ou la volonté de vaincre" (Foch oder der Wille zu siegen) , Éditions Berger-Levrault, 1919.

Im Lager der Alliierten steigt die Unruhe von Stunde zu Stunde, die an der Somme operierende britische Armee ist nicht mehr für den Widerstand organisiert. Die unzureichenden französischen Reserven können die feindlichen Truppen nicht aufhalten. Es gibt Meinungsverschiedenheiten : Haig versucht, Amiens und das Tal der Somme zu decken, indem er die Häfen am Kanal schützt, die die Kommunikationswege und den eventuellen Rückzug der Engländer sicherstellen, Dagegen will Pétain, der eine weitere Offensive der Deutschen erwartet, vielleicht in der Champagne, seine Reserven schonen und die Straße nach Paris decken. Innerhalb weniger Stunden entscheiden die beiden Regierungen, das Kommando der anglofranzösischen Armee in die Hände eines einzigen Verantwortlichen zu legen. Die Stunde Fochs Diese Idee eines einzigen Kommandos schien evident, aber ihre Anwendung war mit vielen Schwierigkeiten verbunden: wie konnte man die einen der ausländischen Generäle den anderen unterstellen, von denen jeder seiner jeweiligen Regierung gehorchte? Wie würde die Bevölkerung, wie würden die Offiziere reagieren? Welche Verantwortlichkeiten sollte man diesem einzigen Befehlshaber übertragen? Allein die Koordination, eine wirkliche Befehlsgewalt an der ganzen Westfront oder den Titel "Oberbefehlshaber"? Foch, zum damaligen Zeitpunkt militärischer Berater der Regierung und schon von Joffre im Herbst 1914 damit beauftragt, die anglofranzösischen Truppen anlässlich der deutschen Offensiven an der Yser zu koordinieren, scheint für die Aufgabe wie geschaffen zu sein. In Übrigen hatte ihn der Conseil supérieur de guerre (Oberste Kriegsrat) Ende Januar 1918 zum Präsidenten des militärischen Exekutivausschusses ernannt; dies war damals in keiner Weise eine theoretische Aufgabe: Foch hatte eine strategische Truppenreserve zur Verfügung, über deren Einsatz an dem einem oder anderen Abschnitt der Front er entscheiden konnte. Am 25. März wird auf einer ersten Konferenz der Alliierten in Compiègne über die eventuelle Einrichtung eines Oberkommandos gesprochen, für das General Foch vorgesehen war. Am folgenden Tag treten die Regierungen und die Militärführer der Alliierten in Doullens zu einer zweiten Konferenz zusammen, auf der Mitte zwischen den beiden Stabsquartieren: Lord Milner, der Lloyd George vertritt, die Generäle Haig und Wilson für Großbritannien, Clemenceau, Poincaré, Pétain und Foch als Hauptmitglieder der französischen Delegation.

In Anbetracht der Besorgnis von Haig und Pétain trägt Foch eine große Selbstsicherheit zur Schau, und vor allem den Willen zu kämpfen und keinen Fingerbreit Land aufzugeben, was alle Teilnehmer beeindruckt. Clemenceau und Milner flüstern kurz miteinander, und die beiden Politiker einigen sich auf den Namen Foch; Pétain und Haig sind mit dem Vorschlag einverstanden, der Präsident des Conseil français legt die Entscheidung der Konferenz sofort schriftlich nieder: "General Foch wird von den Regierungen Großbritanniens und Frankreichs beauftragt, das Vorgehen der alliierten Armeen an der Westfront zu koordinieren. Zu diesem Zweck stimmt er sich mit den Oberbefehlshabern ab, die gehalten sind, ihm alle notwendigen Informationen zukommen zu lassen." Appel des Generals Pétain an seine Truppen am 25. März 1918, ein ergreifender Appel : "Der Feind hat sich in einer äußersten Anstrengung auf uns geworfen. Er will uns von den Engländern trennen, um die Straße nach Paris frei zu machen. Man muss ihn anhalten, koste es was es wolle. Klammert euch an den Boden! Haltet durch! Die Kameraden sind unterwegs. Alle zusammen werdet ihr euch auf den Eindringling stürzen. Dies ist die Schlacht! Soldaten an der Marne, der Yser und in Verdun, ich beschwöre euch: es geht um das Schicksal Frankreichs!"

Im Feld ist die Lage immer noch kritisch. Am 27. nehmen die Deutschen Montdidier. In weniger als einer Woche rückt die Offensive über 50 Kilometer vor und gewinnt die Regionen zurück, die beim Rückzug im März 1917 aufgegeben wurden, wie auch die Schlachtfelder an der Somme von 1916. Foch wendet seinen Plan an: die Hauptstadt zu decken, ohne Amiens im Stich zu lassen. In dem Maße wie sie eintreffen, werden die französischen Divisionen in die Schlacht geworfen. Am 28. stellt der amerikanische General Pershing dem neuen Oberkommandierenden seine Armee zur Verfügung; Foch und Pétain beschließen, den größten Teil dazu zu benutzen, die französischen Divisionen in den ruhigen Abschnitten der Front abzulösen. Die Reserven sind an der Front, der deutsche Vormarsch verliert an Kraft, am 30. wird er gestoppt. Foch hat zwar seine Aufgabe erfüllt, ist aber nur halb befriedigt von seinen Titel "Koordinator", denn er weiß nicht, ob nach dem Ende der Schlacht in der Picardie seine Autorität wieder in Frage gestellt wird. Eine erneute Zusammenkunft der Alliierten in seinem Hauptquartier in Beauvais, am 3. April, übergibt ihm nun die volle Verantwortung für die militärischen Operationen der Alliierten an der Westfront. Im Rückblick auf die geschichtlichen Ereignisse, als man 1814 dem österreichischen General Schwartzenberg "die strategische Leitung des Krieges" gegen die napoleonischen Truppen an der Spitze der Koalitionsarmeen (Österreich, Russland, Preußen) anvertraut hatte, einigen sich Lloyd George und Clemenceau auf diese allein militärische Formel, die den Vorteil hat, keine Empfindlichkeiten zu verletzen und kein juristisches Problem gegenüber dem britischen Parlament aufkommen zu lassen, auch wenn die Truppen Englands dem Kommando eines französischen Generals unterstellt werden.

Anfang April wird die deutsche Offensive nach einem Vormarsch von etwa 60 Kilometern gestoppt. Amiens wird nicht eingenommen, und die Schlacht in der Picardie ist zu Ende. Ludendorff verlegt seine Anstrengungen jetzt in den Norden der englischen Front, in Flandern, um die Einnahme von Häfen am Kanal zu versuchen.