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80 Jahre nach 1942

Chapeau

Nachdem das Jahr 2021 im Zeichen der Würdigung des ersten zivilen und militärischen Widerstands stand, werden das Armeeministerium und seine Partner in den kommenden Monaten den Kämpfen und Ereignissen im Zusammenhang mit dem Jahr 1942 gedenken.

Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Operation Jubilee in Dieppe (Square of Canada), 2012. © Erwan Lesné/Stadt Dieppe
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In der weiteren Folge der Gedenkjahre 2020 und 2021 werden die Direktion für Kulturerbe, Gedenken und Archive (DPMA) des Armeeministeriums und ihre Partner Gedenk-, Kulturerbe- und pädagogische Initiativen zur Weiterführung des Gedenkzyklus zum 80. Jahrestag des Zweiten Weltkriegs begleiten und unterstützen. Das Jahr 1942 stellte eine für den Ausgang des Konflikts entscheidende Umkehrung der Situation dar. Während die Auseinandersetzungen in Nordafrika und der UdSSR weitergehen, beschließen die Nazis, die „Endlösung" umzusetzen, und weiten sie nach und nach auf das gesamte besetzte Europa aus.

Gedenken hier und anderswo

In diesem neuen Gedenkjahr werden zahlreiche kulturelle, assoziative und institutionelle Akteure mobilisiert. Museen und insbesondere Gedenkstätten planen ein reichhaltiges Programm rund um die Ereignisse des Jahres 1942. So bietet La Coupole, ein Geschichtszentrum in Saint-Omer (Hauts-de-France - Pas-de-Calais), seinen Besuchern ab September 2022 die Möglichkeit, die Ausstellung „1942, le temps des rafles dans le Nord de la France et en Belgique" (1942, Zeit der Razzien in Nordfrankreich und Belgien) wiederzuentdecken, um dem 80. Jahrestag der Razzia vom 11. Juli 1942 zu gedenken. Die Gedenkstätte der Deportierten des Departements Mayenne (Pays de la Loire – Mayenne) wird ihrerseits 2022 ihr Programm „Destins brisés" (Gebrochene Schicksale) fortsetzen. Dieses war im Oktober 2020 zu Ehren der jüdischen Opfer, die von der Mayenne aus verhaftet und deportiert wurden, gestartet worden. In der Hauptstadt wird außerdem an die jüdischen Verhaftungen im Jahr 1942 erinnert. Am Sonntag, den 17. Juli, wird der nationale Gedenktag für die Opfer rassistischer und antisemitischer Verbrechen des französischen Staates und die Ehrung der „Gerechten" Frankreichs de facto mit den Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag der Razzia im Velodrome d'Hiver einhergehen.

Dieser Gedenkzyklus wird darüber hinaus von Höhepunkten unterbrochen, die die lokale Verankerung des Gedenkens an 1942 in den Mittelpunkt stellen. So wird beispielsweise die Association Jubilee, die die Gedenkstätte des 19. August 1942 verwaltet, an den Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag des Überfalls auf Dieppe teilnehmen und diesen Sommer den québecischen Künstler Nicolas Paquin zu einer Aufführung über diese Geschichte und einer Autogrammstunde begrüßen.

Die Gedenksaison 2022 soll darüber hinaus auch außerhalb Frankreichs stattfinden. Zu diesem Zweck wird die Gedenkstätte für Internierung und Deportation in Compiègne (Hauts-de-France – Oise) im Mai 2022 und in Partnerschaft mit dem Museum und der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau einen Abend zum Gedenken an den 80. Jahrestag der Abfahrt der beiden ersten Deportationskonvois aus Frankreich veranstalten. Das Gedenkjahr wird auch Gebiete in Übersee betreffen, da sich La Réunion und Madagaskar 1942 dem Freien Frankreich angeschlossen hatten. Die Rückbesinnung auf die Kämpfe des Freien Frankreichs in Nordafrika, insbesondere in Bir Hakeim, oder an die von den Briten und Amerikanern geführte Operation Torch werden Frankreich und seinen Verbündeten endlich die Gelegenheit geben, ihres gemeinsamen Kampfes für die Freiheit zu gedenken.

Die Armeen werden mobilisiert

Das Armeeministerium, Träger eines umfangreichen und vielfältigen Kultur- und Erinnerungserbes, ist auch einer der wichtigsten Protagonisten des Gedenkzyklus. Die interessantesten Projekte, die von Vereinen, Gebietskörperschaften und schulischen Einrichtungen in Frankreich oder von der Agentur für französische Bildung im Ausland getragen werden, können durch die Vergabe des Labels „Actions mémoire 2022" (Gedenkaktionen 2022) unterstützt, begleitet und gefördert werden. Das Ministerium arbeitet zudem daran, zahlreiche Ressourcen verfügbar zu machen. Dies belegen die Veröffentlichung dieser Ausgabe der Zeitschrift Les Chemins de la mémoire (Wege des Gedenkens) oder auch die Erweiterung des digitalen Bereichs, der dem Gedenkzyklus gewidmet ist. Dieser wurde auf der Website www.cheminsdememoire.gouv.fr im Jahr 2020 erstellt und wird regelmäßig mit neuen historischen, pädagogischen und audiovisuellen Inhalten ergänzt. Er bietet auch die Möglichkeit, die Neuigkeiten ausgewählter Partner wie Gedenkstätten-Stiftungen sowie der Mitglieder des Netzwerks der Museen und Gedenkstätten zeitgenössischer Konflikte, das von der DPMA betreut wird, in den Vordergrund zu stellen.

Schließlich wird es für die DPMA darum gehen, berühmte Persönlichkeiten wie die Generäle Juin,Leclerc de Hauteclocque order de Lattre de Tassigny zu ehren, die vor 70 Jahren in den Rang eines Marschalls von Frankreich erhoben wurden.

Ob digital oder physisch, es gibt zahlreiche Ausstellungen zu entdecken. Die Denkmalstätte Mont-Valérien – Mémorial de la France combattante (Suresnes – Hauts-de-Seine), eine nationale Gedenkstätte des Armeeministeriums, wird eine Ausstellung über die Hinrichtung auf der Lichtung am 11. August 1942 organisieren. Sie wird die Lebenswege mehrerer der 88 Männer beleuchten, die als Vergeltung für einen Anschlag auf deutsche Soldaten im Stadion Jean-Bouin in Paris zum Tode verurteilt wurden. Auf der Website www.memoiredeshommes.sga.defense.gouv.fr, die der historischen und genealogischen Forschung gewidmet ist, kann man auch mehr über ihre Identität erfahren. Das Office national des anciens combattants et victimes de guerre (ONAC-VG) (Nationales Amt für Kriegsveteranen und Kriegsopfer) in Paris, eine Einrichtung des Armeeministeriums, bietet schließlich zwei Wanderausstellungen mit Bezug zum Jahr 1942 zum Verleih an: „La Bataille de Bir Hakeim (mai-juin 1942)" und „Vers la victoire, la France au combat de 1942 à 1945" (Zum Sieg, Frankreich im Kampf von 1942 bis 1945).

Ein Zyklus zum Unterrichten und Vermitteln

Die Lehrpläne für die Sekundarstufe räumen dem Thema des Zweiten Weltkriegs einen großen Raum ein, da der Konflikt sowohl in der neunten Klasse als auch in der Abschlussklasse für den allgemeinen, beruflichen und technischen Zweig behandelt wird. Im Rahmen ihrer Partnerschaft mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und - im Rahmen der landwirtschaftlichen Ausbildung - mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung stellt die DPMA auf der Plattform für Wehrkundeunterricht Educ@def zahlreiche pädagogische Blätter zur Verfügung. Diese ermöglichen es zum Beispiel, im Unterricht die Geschichte der im Widerstand kämpfenden Schüler des Lycée Buffon zu behandeln oder die Geheimnisse um das Erscheinen des Buches Le silence de la mer zu lüften. Zahlreiche Höhepunkte sind von den Gedenkstätten auch zu pädagogischen Zwecken und im weiteren Sinne zur Weitervermittlung geplant. So werden auf dem Mont-Valérien runde Tische zu den großen Prozessen von 1942 veranstaltet, darunter der Prozess im Palais Bourbon gegen sieben junge Widerstandskämpfer. In Partnerschaft mit der Pariser Abteilung des ONAC-VG werden mehrere Klassen zum Thema deutsche Propaganda unterrichtet, insbesondere mithilfe von Filmarchiven des Prozesses.


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Die Redaktion

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