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Der Staatliche Soldatenfriedhof von Bévaux

Der Staatliche Soldatenfriedhof von Bévaux. © ECPAD

 

Um die Infotafel des Friedhofs aufzurufen, klicken Sie hier vignette Bévaux

 

Der auf dem Gebiet der Gemeinde Verdun gelegene staatliche Soldatenfriedhof von Bévaux dient bei den Schlachten von Verdun von 1916 bis 1918 für Frankreich gefallenen Soldaten als letzte Ruhestätte. Der 1914 angelegte Friedhof sollte wie eine gewisse Anzahl anderer Friedhöfe des Schlachtfelds von Verdun in den Soldatenfriedhof von Douaumont überführt werden. Da sich aber einige trauernde Familien nicht mit dieser Maßnahme abfinden wollten, wurde der Friedhof 1924 aufrechterhalten und 1967 umgebaut, um Platz für weitere im Sektor von Verdun gefallene Soldaten zu schaffen. 1962 wurden die sterblichen Überreste 569 Gefallener aus dem Friedhof Petits Monthairons in ihn überführt. Auf diesem Friedhof ruhen in individuellen Gräbern mehr als 3 500 in den Jahren 1914-1918 sowie 485 in den Jahren 1939-1945 gefallene französische Soldaten.

Die Schlacht von Verdun 1916-1918

Bei der Schlacht an der Marne bilden Verdun und sein Festungsgürtel einen militärischen Stützpunkt, auf den sich die 3. Armee von General Sarrail verlassen kann. Der Feind macht zwei Angriffe, um diesen Wall zum Fallen zu bringen: einen im Westen gegen Revigny-sur-Ornain und einen im Osten gegen die Festung von Troyon. Beide sind erfolglos.

General Joffre liefert das ganze Jahr 1915 über absolut mörderische Angriffe, greift im Osten die Frontausbuchtung in Saint-Mihiel an und setzt die 3. und 4. Armee im Westen zur Verteidigung der Argonne ein. Diese lokalen, im Stil eines Minenkriegs geführten Kampfhandlungen fahren sich schnell fest und verwandeln sich für die Kämpfenden zu einem anstrengenden Zermürbungskrieg.

In diesem Sektor, in dem die französischen Stellungen nicht besonders gut gewartet sind, startet der deutsche General Falkenhayn eine Offensive, mit der die französische Armee zur Ader gelassen werden soll. Die Operation Gericht gegen die französischen Stellungen läuft am 21. Februar 1916 an. Nach der brutalen Bombardierung des rechten Maasufers und der Stadt rücken die Deutschen auf einem völlig zerstörten Gebiet vor. Trotz des erbitterten Widerstands des 30. Armeekorps, der den Wald von Caures verteidigt, kommen sie in vier Tagen 6 km weit.

Am 25. Februar nimmt der Feind die Festung Douaumont ein und die 2. Armee von General Pétain wird mit der Verteidigung von Verdun betraut. Er organisiert die Front und den Nachschub. Die Straße, die Verdun mit Bar-le-Duc verbindet und die bald unter dem Namen „Heilige Straße“ in die Geschichte eingeht, dient Tag und Nacht als Nachschubweg für Verdun.

Die 5. deutsche Armee, die vor Vaux und Douaumont festsitzt, dehnt ihre Operationen am 6.März auf das linke Maasufer aus. Diese beiden Kämme, die das einzige natürliche Hindernis für den Zugriff auf Verdun darstellen, sind die am heftigsten umkämpften Stellungen am linken Maasufer. Dieser Angriff wird am 9. April zurückgeworfen. Für die französischen und die deutschen Soldaten wird die Schlacht zur „Hölle von Verdun“, in der die Artillerie die Hauptrolle spielt. Am 7. Juni fällt das heldenhaft verteidigte Fort von Vaux bei einem Angriff, bei dem Flammenwerfer und Giftgas zum Einsatz kommen. Die Deutschen werfen alle ihre Streitkräfte in die Schlacht. Am 23. Juni nehmen 80 000 deutsche Infanteristen nach einem Gasangriff das Dorf Fleury ein. Am 26. erobern die Deutschen Thiaumont.

Die französisch-englische Offensive an der Somme vom 1. Juli zwingt die Deutschen, nach und nach Truppen, Flugzeuge und Kanonen von der Front in Verdun abzuziehen. Der letzte größere Angriff erfolgt am 11. und 12. Juli gegen die nur drei Kilometer von Verdun entfernt liegende Festung Souville. Um die Côte 304 und die Mort-Homme Anhöhe wird weiterhin erbittert gekämpft. Die beiden Armeen feuern zwischen dem 21. Februar und dem 15. Juli mehr als 40 Millionen Granaten verschiedener Kaliber ab. Auf französischer Seite werden drei Viertel der Armee nach Verdun verlagert, wo man am 15. Juli 275 000 Gefallene, Verletzte und in Gefangenschaft Geratene zählt. Auf deutscher Seite sieht es genauso aus.

Am 24. Oktober wird die Festung von Douaumont zurückerobert und am 2. November fällt die Festung von Vaux wieder in französische Hände. Damit lieferten sich die Franzosen und die Deutschen von Februar bis November 1916 eine der schrecklichsten Schlachten in der Geschichte des Ersten Weltkriegs.

Im August 1917 erobern die Franzosen die Côte 304 und die Mort-Homme Anhöhe zurück und befreien Verdun damit völlig. Aber der Kampf geht auf dem Kamm von Caurières weiter, wo die feindliche Artillerie neue Senfgas-Granaten zum Einsatz bringt.

Am 26. September 1918 starten die Alliierten einen Angriff von der Champagne bis zur Maas. Im Oktober wird der Caures-Wald zurückerobert.

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Bévaux. © ECPAD

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Bévaux. © ECPAD

  • Der Staatliche Soldatenfriedhof von Bévaux. © ECPAD

  • Evakuierte werden in einen Sanitärzug verlegt, Januar 1916. Die ganz in der Nähe gelegene Kaserne Bévaux wird zu einem wichtigen Lazarettzentrum mit bis zu fünf Ambulanzen umfunktioniert, das eine Chirurgie-Abteilung mit einer Kapazität von 100 Betten für transportunfähige Verletzte umfasst. Die anderen Verletzten werden in das Evakuationskrankenhaus von Queue-de-Mala transportiert, leicht Verletzte in die Ambulanz von Belleray. © ECPAD

  • Französische Soldaten, die aus dem Fort von Vaux zurückkommen, warten darauf, ihren Fronturlaub anzutreten, April 1916. Diese Landstraße zwischen Bar-le-Duc und Verdun ist die wichtigste Logistikachse für die Front von Verdun. Da die Bahnstrecken aufgrund des Artilleriefeuers nicht benutzt werden können, arbeitet Kapitän Doumenc das Prinzip einer schnellen und ununterbrochenen Rotation aus und setzt dieses um. Alle dreizehn Sekunden fährt ein Fahrzeug, vor allem Berliet-LKWs, auf dieser perfekt gewarteten Straße los, um Truppen und Ausrüstung an die Front zu bringen. Nach dem Krieg wurde diese Straße in Erinnerung an die antiken Triumphwege von Maurice Barrès als Heilige Straße bezeichnet. © ECPAD

  • Französische Soldaten in der Rousse-Schlucht, Februar 1917. Im Februar 1917 füllten sich alle 
    Unterstände mit Schlamm, was das Leben sehr erschwerte. © ECPAD

  • Von den Bombardierungen verwüstete Landschaft - Sektor Chambrettes, Februar-März 1917. Die Schützengräben werden durch den Schlamm unbrauchbar gemacht. Bei starkem Regen stehen die Gräben unter Wasser. Die Soldaten verwandeln sich bisweilen in Erdarbeiter, um die von der Artillerie beschädigten Gräben zu reparieren und müssen mitten in diesen Kloaken viel erleiden. © ECPAD

  • Wehrgang von Fort Tavannes, April 1917. In diesem Fort ist die Kommandozentrale für das Hinterland der Vaux-Souville Linie und die Straße zwischen Etain und Verdun untergebracht. Die Deutschen versuchten, Tavannes durch zahlreiche Bombenangriffe zu zerstören, um Souville zu erreichen. Das Fort widersteht dem Granathagel relativ gut. Am 7. Mai 1916 wird eine Gewölbedecke von einer 420er Granate zerstört, was ernsthafte Schäden an dem Gebäude hervorruft. © ECPAD

  • Aufstellung einer 220 mm Schneider-Haubitze im Norden von Verdun, August 1917. © ECPAD

  • Ruinen von Verdun an den Maasufern, 1917. Rechts hinten im Bild ist die Kathedrale von Verdun zu sehen. Die Stadt Verdun wird am 13. September 1916 für ihren Widerstand mit der Ehrenlegion ausgezeichnet. © ECPAD

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