Les quatorze points de Wilson (8 janvier 1918)

General Pershing kommt am 13. Juni 1917 mit dem Frachter
Corps 1
Die vierzehn Punkte Wilsons (8. Januar 1918) Eine Diplomatie für den Frieden Die Erklärung über die Kriegsziele der Alliierten, die der Präsident der Vereinigten Staaten, W. Wilson, in einer Rede vom 8. Januar 1918 abgibt.
Corps 2


Als der Krieg ausbricht, erklärt Woodrow Wilson die Neutralität der Vereinigten Staaten. Aber nach der Wiederaufnahme des totalen U - Bootkrieges und der Entdeckung des Zimmermann - Telegramms, in dem Deutschland erklärt haben soll, dass es Mexiko bei der Rückeroberung der Südstaaten unterstützen wolle - Texas (1845 integriert), Arizona und Neumexiko, die zu den zuletzt im Jahr 1912 der Union angegliederten Gebieten gehören - ermächtigt ihn der Kongress am 6. April 1917, Deutschland den Krieg zu erklären. Wilson macht nun eine doppelte Politik: Krieg führen, um einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Als er das Expeditionskorps unter dem Kommando von General Pershing nach Europa schickt, bricht er mit der isolationistischen Politik der Monroe - Doktrin (am 2. Dezember 1823 erklärt Präsident James Monroe, dass Amerika nicht mehr Gegenstand einer europäischen Kolonisation sein könne und dass jede Intervention einer europäischen Macht als unfreundlicher Akt verstanden würde und dass im Gegenzug die Vereinigten Staaten nicht mehr in die europäischen Angelegenheiten eingreifen würden) und führt innenpolitisch eine Kampagne zur Mobilisierung der Nation durch: Rekrutierung, Förderung der Wirtschaft, Hilfen für die Zivilbevölkerung. Am 8. Januar 1918 hält er eine Rede mit vierzehn Punkten über die alliierten Kriegsziele und leitet so die Entwicklung zur Beilegung des Konflikts ein.

Die Vermittlungsbemühungen. Plädoyer für eine offene Diplomatie In den ersten Kriegsmonaten, während der ersten Schlacht an der Marne, versucht der amerikanische Präsident ohne Erfolg, zwischen den Regierungen der Kriegsparteien zu vermitteln (Missionen von Oberst House). Er beteiligt sich an Bemühungen, den Frieden wieder herzustellen, an der Seite des spanischen Königs Alfons XIII., des Papstes Benedikt XV., Gustavs V. von Schweden und von Persönlichkeiten aus der Schweiz und Venezuela. Wohl wissend, dass "es noch nicht an der Zeit ist" im November 1914 nach Bedingungen für eine Verständigung "zu suchen", fordert er die Gegnern in seiner Weihnachtsbotschaft auf, die Waffen niederzulegen, was ebenso wenig Erfolg hat wie seine Botschaft im Juli des folgenden Jahres, in der er sich für einen schnellen Frieden einsetzt. Die Verhandlungen bleiben nach dem traditionellen diplomatischen Kodex geheim und bilateral: der italienische Marquis D'Adda trifft sich mit Théophile Delcassé im Dezember 1914 wegen der Frage der Levante, Alfons XIII. schlägt Wilson vor, Zita von Habsburg im Dezember 1915 anzusprechen, Hugo Stinnes, ein deutscher Industrieller, trifft im März 1916 im Namen des Reiches den japanischen Vertreter in Stockholm, um einen Separatfrieden auszuhandeln, während Graf Toerring-Jettenbach, durch Heirat mit König Albert I. von Belgien verwandt, im Februar 1916 versucht, einen Frieden zwischen Deutschland und Belgien zu erreichen. Ende 1916 macht die deutsche Regierung, die sich ihrer militärischen Übermacht sicher ist, der Entente ein öffentliches Verhandlungsangebot, die es wegen der Bedingungen abschlägt, vor allem wegen der Forderung an Frankreich, das Oberelsass zu räumen. Woodrow Wilson ergreift die Gelegenheit und bittet alle Kriegsparteien am 18. Dezember 1916, ihre Kriegsziele offen zu legen, eine Bedingung für den Beginn von Verhandlungen. Deutschland lehnt ab und prangert die Einmischung der Vereinigten Staaten und der neutralen Staaten an. Die Entente, die sich zwar an der von den Amerikanern gestellten Bedingung, dass sich Alliierten über die Ziele ihres Handelns einigen sollen, stört, geht in einer Note vom 10. Januar 1917 darauf ein, in der einschneidende Änderungen in Europa, wie z.B. die Achtung der Nationalitäten und ihr Recht auf Freiheit angekündigt werden. Dies muss man im Zusammenhang mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten und der Note vom 12. Januar 1917 von Wilson an die neutralen Staaten interpretieren, in der er auf die Frage der "unterdrückten" Völker eingeht (Kolonien, irische Frage usw.).

Die von Amerika eingenommene Stellung, der Rückzug Russlands aus dem Konflikt, die Intensivierung der Protestbewegungen und Meutereien bringen die Mittelmächte dazu, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, zunächst zurückhaltend, auf Initiative Österreich - Ungarns, dann bei den Treffen in Lausanne (vom 10. Juni bis zum 23. September 1917) zwischen Baron Van der Lacken, dem Vertreter Wilhelms II. und dem Franzosen Aristide Briand. Dieser, allerdings fruchtlose Versuch zeigt, dass es konvergierende Friedensinitiativen in Europa gab und dass die Geheimdiplomatie wieder aufgenommen wurde. Die Prinzen Sixte, ein Offizier der belgischen Armee, und Xavier von Bourbon-Parma, Brüder von Prinzessin Zita, der Ehefrau des Erben der österreichischen Krone, treffen auf Initiative Paul Cambons am Quai d'Orsay, in Neuchâtel und in Wien den Grafen Erdoedy und Kanzler Czernin (Februar-März 1917). Die österreichischen Vorschläge werden von der Entente auf der Konferenz von Saint-Jean-de-Maurienne (19. April) zurück gewiesen, und auf der Konferenz von London (5. September 1914) wurde die Möglichkeit eines Separatfriedens eines der Mitglieder der Entente ausgeschlossen - ein Prinzip, das allerdings von Russland durchbrochen wurde. Andere Friedensinitiativen, z.B. das Treffen zwischen den Grafen Revertera und Armand (7. und 22. August 1917) und die päpstliche Note von Benedikt XV. (15. August 1917), haben den gleichen Ausgang wegen der starren Positionen der Franzosen, Deutschen und Italiener. Diese Positionen sind umso unentwirrbarer als das Jahr 1917 eine Wende im Ersten Weltkrieg mit sich bringt. Die Mittelmächte sind militärisch im Vorteil: Nivelle verliert am Chemin des Dames, die Italiener ziehen sich hinter die Piave zurück, und die Ostfront bricht unter den Schrecken der russischen Revolution zusammen (deutsch-russischer Waffenstillstand von Brest-Litowsk am 15. Dezember 1917). Aber dann bekommt die Entente mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten wieder Aufwind. Jedoch gibt es eine neue Gefahr: Seeblockaden, die Verteuerung der Lebenshaltungskosten, das Gefühl der Sinnlosigkeit des Kampfes und der Verlust des Vertrauens in die militärische und politische Führung schaffen das Terrain für Protestbewegungen: Streiks und Demonstrationen wüten hinter der Front, und Meutereien, die in Schnellverfahren blutig unterdrückt werden, lassen die Front erzittern. Auf beiden Seiten erwartet man den Zusammenbruch des Gegners; die Führer werden abgelöst, und in den Führungsstäben werden neue Kriegspläne entworfen.

Die vierzehn Punkte Wilsons Im Bewusstsein der schlechten Vorbereitung der amerikanischen Truppen und der besonderen Position der Vereinigten Staaten, die den Vertrag der Entente nicht unterzeichnet haben (September 1914) und spät, mit anderen Kriegszielen als ihre "Verbündeten" in den Krieg eingetreten sind, verfolgt Wilson weiter mit aller Kraft seine internationale Initiative, um diesen Konflikt zu beenden, den viele ohne Umschweife als einen "europäischen Bürgerkrieg" bezeichnen. Ende Oktober 1917 beauftragt er das Repräsentantenhaus, die Europäer aufzufordern, ihre Kriegsziele zu formulieren. Enttäuscht von der Haltung der Krieg führenden Nationen zieht er den Schluss, dass das europäische System nach drei Jahrhunderten des Gleichgewichts der Kräfte, wo sich die dynastischen und territorialen Rivalitäten mit den nationalen Frustrationen in einer Masse von Verhandlungen und Geheimverträgen vermischen, eine neue internationale Ordnung braucht, die in der Lage ist, die Kriege zu verhindern. In einer Rede vom 8. Januar 1918 legt Präsident Wilson in vierzehn Punkten die Kriegsziele der Vereinigten Staaten vor, die bald von den Alliierten übernommen werden. Zunächst gilt es, dass die Vereinigten Staaten gegenüber der Entente Stellung beziehen, da sie von der Unterschiedlichkeit der Kriegsziele überzeugt sind, vor allem nach der ersten Versammlung des alliierten obersten Rats im November 1917, wo Italiener und Franzosen sich bezüglich dieser Frage zurückhaltend gezeigt haben. Als Vertreter liberaler Bestrebungen vertritt er nun eine offene Diplomatie und die Schaffung eines Völkerbundes - der erste und letzte Punkt seiner Rede - zusammen mit einem wirtschaftlichen Liberalismus: Freiheit der Meere, Begrenzung der Zollgrenzen und Verringerung der nationalen Aufrüstung (dritter und vierter Punkt). Als Erbe der "Gründerväter" der Vereinigten Staaten widmet Wilson den letzten Punkt seines Projekts zur Schaffung einer "neuen Welt" dem Recht der Kolonialvölker auf Selbstbestimmung, im Gegensatz zu den Engländern und Franzosen, die entschlossen sind, die früheren Kolonien und Einflussbereiche der Deutschen unter sich aufzuteilen (Türkei, Persien, China). Zum Schluss behandelt der amerikanische Präsident die Fragen des Kriegsendes, die in den Kriegszielen der Mitglieder der Entente eine Rolle spielten: [list]Die von Lloyd George befürwortete Räumung Russlands zeigt die Entwicklung der Außenpolitik Großbritanniens, das bis zum Zusammenbruch des Zarenreiches sein Hauptkonkurrent war, vor allem in Persien. Es geht in Zukunft darum, die Vorherrschaft der Deutschen im Osten zu verhindern. [list]Die Räumung und Wiederherstellung Belgiens und sein Recht auf Entschädigung stehen an erster Stelle der Kriegsziele der Briten, die ihr Premierminister vor dem Kongress der Gewerkschaften in einer langen Rede am 4. Januar 1918 dargelegt hat.

Außer diesen als verpflichtend geltenden Kriegszielen fügt Wilson weitere sechs, sogenannte bedingte Punkte hinzu, die für die Wiederherstellung des Friedens nicht unerlässlich sind. Die Rückgabe von Elsass - Lothringen an Frankreich ist für Großbritannien in seiner Rolle als standfester Verbündeter wichtig. Die englische Regierung rechtfertigt ihre Haltung jedoch nicht auf Grund des traditionellen "Tributs", der dem Sieger zusteht, sondern auf Grund einer im Jahr 1871 geschehenen Ungerechtigkeit: der Anschluss der Elsässer und Lothringer, "ohne im Geringsten die Wünsche der Bevölkerung zu berücksichtigen". Die bedingungslose Rückkehr zur "horizontblauen Linie", die Wiedergutmachung des "Unrechts, das man Frankreich 1871 angetan hat" sind die Hauptmotive der Franzosen, die öffentlich von Außenminister Stephen Pichon im Januar 1918 geäußert werden, der eine offensive Handelspolitik gegenüber Deutschland von den wieder erlangten Gebieten aus gegenüber dem "Führen eines Krieges" vorzieht, was das erklärte (und wichtigste) Ziel der Regierung Clemenceau und des französischen Führungsstabes ist. Die Veränderung der italienischen Grenzen nach Nationalitäten zeigt die verschiedene Sichtweise der Entente und der Vereinigten Staaten.

Viktor-Emmanuel III. hatte anlässlich des Vertrags von London (April 1915) tatsächlich über seinen Kriegseintritt an der Seite der Engländer und Franzosen im Tausch gegen Positionen im Balkan (Südtirol, dalmatinische Küste) verhandelt. Die Unabhängigkeit der Völker des österreichisch - ungarischen Reiches, eines Vielvölkerstaates (Österreicher, Magyaren, Deutsche, Italiener. Slowenen, Tschechen, Slowaken, Polen usw.), auf Grund des Selbstbestimmungsrechts der Völker zeigt dieselbe Kluft. Die Briten, die zwar öffentlich ihre Kriegsziele bekannt geben, führen insgeheim Verhandlungen in der Schweiz mit österreichischen und türkischen Emissären, um Deutschland diplomatisch zu isolieren, das gern eine Rolle in Mitteleuropa spielen würde, und eine stabile Zone und ein Gegengewicht gegenüber dem Osten zu schaffen, wo seit Dezember 1917 ein Bürgerkrieg zwischen den Bolschewiken und den Kontravevolutionnären im Gange ist. Die britische Regierung ist für die Erhaltung der Doppelmonarchie in Form eines föderativen Staates, zu dem sich Polen gesellen würde, im Gegensatz zu den Punkten 11 und 13 Wilsons bezüglich der Räumung Rumäniens, Serbiens und Montenegros, der Verbündeten der ersten Stunde, und der Schaffung eines polnischen Staates mit freiem Zugang zum Meer, dem "Danziger oder polnischen Korridor". Letzten Endes verschiebt und vervielfältigt W.Wilson nur das Problem der Nationalstaaten und der nationalen Minderheiten: das Rumänien des Friedensvertrages wird Millionen von Ungarn und Polen Millionen von Deutschen enthalten.

Auch an der osmanischen Frage sind die Divergenzen zwischen den Ansichten der Partner abzulesen. Während Wilson in seinem zwölften Punkt gemäß dem Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker die osmanische Souveränität auf die türkischen Regionen beschränken und die freie Durchfahrt durch die Dardanellen sicher stellen will, hatten Engländer, Franzosen und Italiener seit dem Vertrag von London einen Teilungsplan des osmanischen Reiches ausgearbeitet. Die Briten kommen auf ihre Positionen zurück und gehen so weit, vorzuschlagen, die Rechte der einzelnen Völker des Reiches im Rahmen einer rein formellen türkischen Oberhoheit anzuerkennen, was ihnen ermöglichen würde, ihre Präsenz in diesen Bereichen zu verstärken. Präsident Wilson beendet seine Rede mit einem Aufruf an Deutschland im Namen des Geistes der Versöhnung, in dem Amerika die neue internationale Ordnung aufbauen möchte: "Wir wollen es nicht verletzen noch in irgend einer Weise seinen Einfluss oder seine rechtmäßige Macht behindern. Wir wollen es nicht mit Waffen oder durch feindselige Handelsvereinbarungen bekämpfen [...] Wir wollen nur, dass es einen gleichwertigen Platz unter den Völkern der Welt einnimmt".

Die "Vierzehn Punkte", Basis der Friedensverhandlungen 1918: Jahr der Revolutionen Bis zum Sommer 1918 ist die Situation für alle Kriegsparteien ungeklärt. Die Umrisse für einen Frieden scheinen sich in allen Lagern abzuzeichnen, und man mobilisiert seine Ressourcen an Menschen und Technologie, um im Vorteil zu sein. Am 3. März 1918 wird der Frieden zwischen Deutschland und Russland unterzeichnet, die Mittelmächte sind von der Ostfront befreit und können sich nun auf die Westfront konzentrieren. Hindenburg und Ludendorff nehmen den Bewegungskrieg wieder auf und unternehmen vier Angriffe auf französischem Boden: im Abschnitt von Saint-Quentin (März-April), an der Front von Armentières (April), am Chemin des Dames (Mai), in der Champagne (Juli). Die deutschen Angriffe, die wenig erfolgreich und sehr verlustreich an Menschen und Material sind, werden aufgegeben, als ab dem 18. Juli die alliierte Gegenoffensive in zwei Phasen beginnt (Plan Foch): Einnahme der deutschen Stellungen in der Picardie und in den Argonnen, und danach die allgemeine Offensive an der gesamten Front. Parallel dazu siegen die alliierten Truppen in Saloniki, an der italienischen Front, auf osmanischem Territorium und in Asien, wo China in den Krieg eintritt. Die Mittelmächte werden auch von innen durch Streiks in den Fabriken und Meutereien (Wilhelmshaven, Bremen), revolutionäre Demonstrationen der Linken (Köln, Berlin, Budapest, Wien, Sofia, in Bayern, im Rheinland) und die Unabhängigkeitsbewegungen der Polen, Tschechen, Kroaten, Serben und Rumänen unterminiert. Am 9. November 1918 bewirkt schließlich eine Revolution in Berlin den Fall der Regierung Wilhelms II. Die sozialdemokratische Regierung Ebert-Scheidemann ernennt eine Delegation, um einen Waffenstillstand zu erbitten.

1918: das Wilson - Jahr Durch seine Hartnäckigkeit und bedingt durch die Ereignisse gelingt es Wilson schließlich, die Mitglieder der Entente für seine Ansichten zu gewinnen, trotz der Reserven der britischen Regierung bezüglich der Freiheit der Meere und des französichen Wunsches, Deutschland zu Reparationszahlungen an die Zivilbevölkerung zu verurteilen. So werden im Jahr 1918 die "Vierzehn Punkte" durch weitere Schriftstücke und Noten des amerikanischen Präsidenten und seiner Partner ergänzt, auf die man sich am 4. Juli 1918 in der Erklärung der "Vier Kriegsziele" der Alliierten bezieht: Beendigung der autokratischen Herrschaft, die nicht auf dem Willen des Volkes beruht; eine Vereinbarung, dass in Zukunft alle Staaten ihre Konflikte durch Verhandlungen und unter Beachtung des Völkerrechts beilegen; das Anerkennen des Völkerrechts durch alle Völker; die Einrichtung einer internationalen Organisation für den Frieden. Der amerikanische Präsident gilt jetzt international als nicht zu umgehende Persönlichkeit. Am 5. Oktober wird er von der deutschen, österreichischen und türkischen Regierung aufgefordert, einen allgemeinen Waffenstillstand auf der Grundlage der "Vierzehn Punkte" abzuschließen: Max von Baden bittet in einer Botschaft an den amerikanischen Präsidenten um Frieden (in der Nacht vom 3. zum 4. Oktober 1918) und Karl I. am 7. Oktober. Die Verhandlungen werden durch den Austausch von vier Noten vorbereitet. In den beiden ersten soll die deutsche Regierung ihre Absichten darlegen (Notenwechsel vom 8./9. und 12. Oktober), da die Alliierten ein Manöver befürchten, um Zeit zu gewinnen und die Kämpfe wieder aufzunehmen. Die dritte Post betrifft die Friedensbedingungen (20. und 23. Oktober); im letzten Notenwechsel erklärt sich Deutschland damit einverstanden, im Rahmen der Waffenstillstandsbedingungen zu kapitulieren, die Waffen nicht wieder aufzunehmen und eine demokratische Regierung einzusetzen (24.-26. Oktober). Während dieser Zeit überlässt Wilson als geschickter und beharrlicher Vermittler den Militärs die Initiative, die Kämpfe zu beenden. Der interalliierte Rat, der in Senlis zusammentritt (Foch, Pétain, Haig und Pershing) akzeptiert die militärischen Bedingungen für einen Waffenstillstand am 25. Oktober. Auf dieser Grundlage erklären sich die deutsche Regierung und ihre Verbündeten bereit, die Kämpfe einzustellen und mit den Friedensverhandlungen zu beginnen. In diesem Sinne kann man über die Rede Wilsons sagen, dass "man noch nie so revolutionäre Ziele formuliert und sie mit so wenigen Richtlinien für ihre Realisierung versehen hatte. Die Welt, von der Wilson träumte, gründete sich auf das Prinzip und nicht auf die Macht, auf das Recht und nicht auf das Eigeninteresse, und jeder, der Sieger und der Besiegte, fand hier seinen Platz." (H. Kissinger, Diplomatie, S. 206).

Die "Vierzehn Punkte" Wilsons, der Weg zu einer neuen internationalen Ordnung: die Geburt des Völkerbundes (S.D.N.) Getreu seinem Prinzip, dass die Demokratie durch Gleichheit und Verständigung den Frieden hervorbringt, will Wilson eine neue internationale Ordnung begründen, deren Motor der Völkerbund sein soll, ein Garant für die territoriale und politische Unabhängigkeit aller Staaten ohne Unterschied. Der vierzehnte Punkt seines Textes, die Schaffung einer internationalen Organisation für den Frieden, ist die Fermate dieses Plans. Der "Pakt der Liga der Nationen", den die vier Alliierten entwerfen, findet sich in den sechsundzwanzig Artikeln des ersten Teils der verschiedenen Verträge, die offiziell den Frieden wieder herstellen: der Vertrag von Versailles (28. Juni 1919), der Vertrag von Saint-Germain (10. September 1919), der Vertrag von Neuilly (27. November 1919), der Vertrag des Trianon (4. Juni 1920), der Vertrag von Sèvres (10. August 1920), ersetzt durch den Vertrag von Lausanne (24. Juli 1923).

Der Pakt der Liga der Nationen versteht sich als Garant für die kollektive Sicherheit. Er gründet sich auf einen doppelten Vertrag, "internationalen Frieden und Sicherheit zu garantieren, Kriege vorauszusehen und zu unterdrücken und die Zusammenarbeit der Nationen auf allen Gebieten zu entwickeln, um den kulturellen und sozialen Fortschritt zu fördern"; es ist also ein individuelles Engagement, da sich jedes Mitglied verpflichtet, die Schlichtung der Machtausübung vorzuziehen, und ein kollektives, da der Rückgriff auf die Macht auf einer kollektiven Entscheidung beruht: "das Recht, sich auf die gemeinsame Macht der Nationen zu gründen, nicht auf die individuelle, von der der allgemeine Frieden abhängt" (Rede Woodrow Wilsons im Senat, 1917). Der Völkerbund hat zweiunddreißig Gründungsmitglieder, in erster Linie die vier Sieger und die neutralen Staaten. Der Sitz dieser internationalen Organisation ist Genf (Schweiz). Jeder Staat verfügt über eine einzige Stimme in der Generalversammlung, in der über gemeinsame Aktionen verhandelt wird und die zusammentritt, um über Bedrohungen des Friedens zu debattieren. Ein Rat aus fünf rechtmäßigen Mitgliedern (Vereinigte Staaten, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan) und aus vier weiteren, durch die Versammlung gewählten Mitgliedern leitet die Aktionen zur Erhaltung des Friedens. Er schlägt der Versammlung z.B. die Richter für den Gerichtshof vor, der seinen Sitz in Den Haag hat (fünfzehn Richter, die für neun Jahre gewählt werden), wie auch den Generalsekretär der Institution. Die Initiative W. Wilsons, die zwar am Anfang einer Umwandlung des internationalen Rechts und seiner Ausübung steht, aus der sich die Organisation der Vereinten Nationen im Jahr 1945 entwickelt, trägt ihren eigenen Widerspruch in sich: die Vereinigten Staaten konnten nie dem Völkerbund beitreten, weil sich der amerikanische Senat der Ratifizierung des Vertrages von Versailles widersetzt hat.