Zerstörtes Dorf Haumont

Die Kapelle und das Kriegerdenkmal. Photo JP le Padellec

21. Februar 1916 um 16 Uhr greifen die Deutschen schließlich Haumont an. Die wenigen Überlebenden auf französischer Seite richten sich noch einmal auf, um das sich schließende Manöver abzuwehren und aufzuhalten...
Historischer Abriss Haumont nahe Samogneux: Ein sehr altes Dorf, das in das erste Jahrhundert unserer Zeitrechung zurückreicht. Die Gallier hatten dort dem Sonnengott einen Altar geweiht und die Römer errichteten dort ein befestigtes Lager. Wie sein Name schon besagt, liegt Haumont (zusammengesetzt aus den frz. Wörtern für hoch und Berg) oben auf einem relativen hohen Hang, rechts der Maas, von dem aus man einen sehr schönen Blick genießt. Ein "le Soleil", die Sonne, genannter Ort an der obersten Stelle des Gemeindewalds, beherbergte einen gallischen Altar für den Sonnengott. Die Römer bauten rund um diesen Altar ein befestigtes Lager, dessen Erdwälle immer noch zu erkennen sind. Entlang der Wege nach Anglemont und Flaveau kann man oberhalb des Dorfes die großen Steine erkennen, die die Reiter in den vergangenen Zeiten zum Besteigen ihrer Pferde nutzten. Im Boden wurde eine Anzahl von antiken Gegenständen gefunden, Werkzeug aus Stein und Eisen, Münzen, kleine Statuen, Votivtafeln aus Bronze etc. In der karolingischen Zeit erhielten das römische Lager und seine Umgebung den Namen "Beuse" (vom deutschen Wort böse) von der gallisch-germanischen Familie BOZON, der das Massiv des Haumontois von Bezonvaux bis Dun gehörte. Haumont wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Die Herren dieses Ortes waren die Äbte von Saint-Vanne und das Kapitel der Kathedrale von Verdun.
1914 Das Dorf Haumont wird am 25. August 1914 evakuiert. Die zivile Bevölkerung wird auf das Landesinnere verteilt. Ende September 1914 stabilisiert sich die Front in dieser Region und lässt Brabant und Haumont innerhalb der französischen Linien. Das Gebiet am rechten Ufer der Maas war relativ ruhig, am linken Ufer, vor allem in der Nähe des Bachs Forges war die Aktivität wesentlich größer. Trotzdem wurde Haumont 1915 bombardiert. Am 7. Februar 1915 wurde die Kirche von Hautmont ernsthaft beschädigt. Zu diesem Anlass schrieb der Kaporal Maurice Brassard des 56. B.C.P. (Jägerbataillon zu Fuß): (Auszug aus "Verdun 1914-1918" von Jacques Pericard - Seite 31) Sonntag, 7. Februar 1915, die Kirche von Haumont wurde beschossen, ein schlimmes Bild, ein Geschoss hat die Kanzel getroffen, Teile aus Holz, Eisen und Gusseisen flogen umher, die Glasfester sind zerstört, sechs Bänke wurden herausgerissen, der Vorderteil des Altars des hl. Hubertus liegt in Stücken, sein hornloser Hirsch liegt zusammen mit seinem Krummstab am Boden. Ein Lüster aus Kupfer, Stangen, Tuch von verschiedenen Bannern, Sträuße aus Metall und alle Arten von Schutt: Glas, Holz, Gips. Überall auf den Bänken, auf dem Boden liegen Unmengen dieser Sachen inmitten einer dicken Schicht Staub. Ein Stück Holz ist in der Leinwand der 12. Station des Kreuzgangs stecken geblieben und hat den Körper Christi mit einer weiteren Wunde versehen. Was das Harmonium betrifft, so wurde es gegen die Wand gedrückt.
fAm 20. Februar 1916, als die Deutschen mit der bekannten Wut die den Angriff auf Verdun vorbereiten, sollte die entscheidende Schlacht beginnen, vor allem, als die Operationen sich in Richtung der Woëvre ausbreiten und das linke Ufer erreichen. Auch in einer Entfernung von über 100 Kilometern konnte man das ständige Artilleriefeuer wie ein ununterbrochenes Donnergrollen hören, das sich im Verlauf der kommenden Monate ständig verstärkte. Am 21. Februar 1916 um 7 Uhr morgens war der Tag noch kaum angebrochen und der Schneefall dicht. Die deutsche Infanterie geht vom Wald von Haumont bis Herbebois zum Angriff über. (einige Auszüge aus dem Buch "Verdun" von Jacques Pericard, Beschreibungen von Oberst Grasset und dem Werk von Oberstleutnant Rousset in "La guerre au jour le jour") Das Dorf Haumont wird von den Infanteristen des 362. R.I. unter dem Kommando von Oberstleutnant Bonviolle verteidigt. Die Infanteristen von Haumont waren den Jägern des Bois des Caures ebenbürtig. Ab dem Beginn des Angriffs am 21. Februar 1916 konzentrieren die Deutschen ihr Artilleriefeuer auf Haumont, wo sie eines unserer Widerstandszentren vermuteten und beschossen mit einer seltenen Hartnäckigkeit alle Wege, Schluchten oder Kreuzungen, die uns nützlich sein könnten. Der Beschuss war so stark, das unsere vorgeschobenen Linien allmählich nachgaben und der Wald von Haumont gegen 18 Uhr langsam eingenommen wurde. Um 16 Uhr griffen die Deutschen schließlich Haumont an. In Bataillonstärke kamen drei Linien auf einmal auf uns zu, aus dem Norden, dem Nordwesten und dem Osten. Unsere wenigen Überlebenden richten sich noch einmal auf, um das sich schließende Manöver abzuwehren und aufzuhalten. Die noch intakten Maschinengewehre feuerten ohne Unterlass und mähten die feindlichen Linien nieder.
1919 - Die Nachkriegszeit Jedes Jahr wird am dritten Sonntag im September eine Messe gefeiert, gefolgt von einer Zeremonie am Kriegerdenkmal in Erinnerung unserer Vorfahren, die an diesem Ort gelebt haben, in Erinnerung unserer Eltern, die alles, Häuser, Grund und Boden verloren haben, um das gefährdete Vaterland zu verteidigen, in Erinnerung der tapferen Soldaten, die auf dem Felde der Ehre geblieben sind und in den Ruinen unseres Dorfes begraben liegen. Alle diese Helden, die ihr Leben gegeben haben, damit Frankreich in Freiheit leben kann. 1920 wurde Haumont der so genannten Roten Zone zugeordnet. Neun Dörfer waren darin enthalten (einige leben wieder auf und haben Einwohner). In Haumont wurde der Wiederaufbau jeglicher Art aus folgenden Gründen untersagt: 1° - Eine Vielzahl von explosiven Stoffen aller Art sind im Boden vorhanden und darum gefährlich (man findet sie auch heute noch). 2° - Die Verseuchung der Quellen auf Grund der im Boden vergrabenen Kadaver (Menschen und Pferde). 3° - Das Risiko durch die durch Senfgas oder sonstige Gifte verschmutzen Böden. Seit 1920 leitet eine Kommission aus drei vom Präfekten benannten Mitgliedern das Geschick der Gemeinde. Sie verfügen über die Amtsbefugnisse von Bürgermeistern und Stadträten (Gesetz vom 18.10.1919).
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Informationen

Anschrift

55100
Haumont-près-Samogneux

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