Zerstörtes Dorf Louvemont

Reconnaissance aérienne - Photo : collection Marc Vermot-Desroches. Source : Site Escadrille C53 - SPAbi 53

Das Dorf wurde im ersten Weltkrieg zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Die "Côte-du-Poivre" bleibt immer in den Händen der Franzosen ...

Namensgeschichte Lupinus-Mons (1041), Lupemons (1047), Lovus-Mons (1049), Lovonimons (1100), Lovemont (1242), Loupvemont (1642), Louvemont, danach Louvemont-Côte-du-Poivre (1922). Schutzpatron: St-Pierre-ès-Liens - 1. August Ein sehr altes Dorf Das 11 km nördlich von Verdun gelegene Dorf entstand an der Quelle des Bachs Louvemont, der das Gelände durchfließt, bis er in die Maas mündet. Zunächst bestand der Ort nur aus zwei Gehöften mit den Bezeichnungen Mormont und Haudromont. Sie lagen an einer galloromanische Straße (2. Jh.), die allerdings wenig Bedeutung hatte. Im 11. Jh. wurde von einem römischen Bischoff namens Aron eine Kirche gebaut und dem heiligen Petrus (Saint Pierre) gewidmet. 1265 erhielt das Dorf von Robert de Milan, dem Bischof von Verdun, einen Freibrief. Im 17. Jh. wurde der Chor einer neuen Kirche gebaut. Das Kirchenschiff und der Glockenturm folgten im Jahre 1778. Das Dorf wurde sternförmig angelegt: Mehrere Straßen treffen auf einem Platz zusammen, auf dem, vom Friedhof umgeben, das Rathaus mit der Schule steht. Im 19. Jh. erreichte die Bevölkerungszahl ihren Gipfel mit 300 Einwohnern im Jahre 1846. danach nahm sie regelmäßig ab. 183 Einw. im Jahre 1914 Das Jahresverzeichnis des Departements Meuse enthält folgende Angaben am Vorabend des Krieges: Landwirte und Grundeigentümer: Beaumont E., Boulanger M., Colson E., Colson J., Louis C, Legendre E., Legendre M., Mazuet M., Mouteaux L, Siméon E. Gastwirte: Lelorrain, Trouslard, Véry Tabakhändler: Véry Bäcker: Colson Krämer: Trouslard. Modehändler: Ligony Schlosser: Jacquemin, Péridon, Véry Personen von Rang: Geoffroy F. Waldhüter: Hargé Bürgermeister, Kantonalvertreter und Mitglied der landwirtschaftlichen Beratungskammer: Beaumont Stellvertretender Bürgermeister: Lefèvre A. Lehrer: Bourguignon Pfarrer: Abbé Jullot (Kirchengemeinde Beaumont)

Fünf Tage in einer mörderischen Schlacht Nach der Schlacht an den Grenzen (August 1914) befand sich die Front 6,7 km vom Dorf entfernt, nördlich von Beaumont. Für die Einwohner war die Zukunft ungewiss, der Donner der Kanonen bedrohlich. Der Verkehr der Zivilpersonen wurde eingeschränkt, für jeden Gang war eine Genehmigung erforderlich. Im Oktober 1914 wurde die Front durch die französischen Truppen um einige Kilometer zurückgedrängt und für längere Zeit unverändert gehalten.
Anfang 1916 wurde die Lage jedoch wieder kritisch. Würden die Deutschen angreifen? Und wenn ja, wo? Und wann? Wahrscheinlich sobald die Witterung besser würde. Am 12. Februar erteilten die militärischen Behörden den Einwohnern von Louvemont den Befehl, den Ort innerhalb von 24 Stunden zu verlassen. Die Präfektur des Departements Meuse hatte Schwierigkeiten, Unterkünfte für die neuen Flüchtlinge zu finden. Am 21. Februar 1916 wurde Louvemont von 6.30 Uhr an unter massives Feuer genommen. Nach dem Verlust von Bois des Caures, Beaumont und Ornes glaubte der Oberst Bourgues am 24., dass auch dieses Dorf verloren ginge, aber der Widerstand der Verteidiger von Louvemont hielt bis zum Abend des 25. an: "im Dorf war die reinste Hölle. In wenigen Minuten folgten sich Artilleriebeschuss und Sturmangriff der Deutschen. Die Verteidiger steckten das Bajonett auf, und danach verlor sich alles im Rauch und Schnee, der zu fallen begann. Einige Augenblicke später begann dieselbe Szene von neuem." Nahezu 10 Monate für die Rückeroberung Monatelang wurden in der Region erbitterte Kämpfe geführt: Die Côte du Poivre wurde wieder besetzt und ging danach wieder verloren. Am 15. und 16. Dezember 1916 gelang General Mangin mit vier Divisionen endlich der Vorstoß bis nach Vacherauville im Wald von Hardaumont. Die Deutschen gaben endgültig die Côte du Poivre, Louvemont und Bezonvaux in völlig zerstörtem Zustand auf.
1919 - Nach dem Krieg Die Freude beim Friedensschluss... die Trauer bei der Rückkehr Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands drängten die Einwohner von Louvemont, wieder in ihre Häuser zurückzukehren. Aber das 825 ha große Gebiet des völlig zerstörten Dorfs wurde zur "roten Zone" erklärt: Niemand konnte den Ort ungefährdet betreten, denn überall lauerte Explosions- und Vergiftungsgefahr. Der total verseuchte Boden wurde später mit Fichten bepflanzt und die Einwohner in andere Orte verstreut, wo sie in Holzbaracken wohnten, bis sie ihr eigenes Haus bauen konnten. 1922 erhielten sie endlich die Möglichkeit beim Finanzamt von Bras ihren von der Armee beschlagnahmten Besitz - Vieh, Heu, Holz usw. - erstattet zu bekommen. Damals war die Gemeindeverwaltung noch in Rigny-la-Salle bei Vaucouleurs untergebracht. Zur Erinnerung Am 9. September 1920 wurde Louvemont vom Kriegsminister André Lefèvre der Kriegsorden der Armee verliehen. Am 4. Mai 1930 wurde in Louvemont das Kriegerdenkmal in Anwesenheit des stellvertretenden Bürgermeisters von Louvemont, Herrn Remy, des Vertreters der Kriegsveteranten Herrn Colson, des Abgeordneten und Bürgermeisters von Verdun, Victor Schleiter und des Pfarrers von Bras, Abbé Bonnesowie der Einwohner von Louvemont, die aus den verschiedenen Orten der Region kamen, eingeweiht in Erinnerung an die Gefallenen des Dorfs - Boulangé Joseph, Colson Emile, Colson Joseph, Lefèvre Georges, Legendre Jules, Siméon Ernest, Simon Jules, Trouslard - sowie die zwei Zivilpersonen Jacquemin Céline et Caillas Victor, die sich geweigert hatten, ihr Dorf zu verlassen. Am 31. Juli 1932 wurde die Kapelle von Louvemont eingeweiht. Sie befindet sich an der Stelle der zerstörten Kirche und am früheren Friedhof, auf dem die meisten Gräber wiedergefunden werden konnten. In der Kapelle befinden sich zwei Werke von Lucien Lantier.
Projekt zur Neusituierung des Dorf in einer grünen Umgebung Mit dem Einsatz der Forstverwaltung O.N.F., der Verwaltungsgemeinschaft des Gebiets um Verdun du Verdunois, des S.l.V.O.M. der 1916 zerstörten Dörfer, des Gemeindeausschusses von Louvemont und des Fonds F.E.O.G.A. war es möglich, verschiedene Anlage zu erstellen, um dem Besucher eine Vorstellung von dem früheren Louvemont zu verschaffen. Eine Doppelreihe von Linden und Ahornbäumen bildet den Zugang von der Straßen von Ornes aus bis in die Mitte des Dorfs, Aus dem aus Steinen von den Ruinen des Dorfs gebaute Brunnen mit zwei Becken fließt die Quelle wie einst. Zwei Baumreihen aus Eschen hinter der Kapelle befinden sich an der Stelle der einstigen "Grande Rue", Die Stelle des Rathauses mit der Schule wird durch Steine angezeigt. Eiben und riesige Lebensbäume umrahmen das Kriegerdenkmal vor dem Hintergrund des angepflanzten Walds.

  • Lageplan. Quelle: Conseil général de la Meuse

  • Louvemont - 1916 zerstörtes Dorf. Quelle: Conseil général de la Meuse (Generalrat des Departements Meuse)

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    Informationen

    Anschrift

    55100
    Louvemont-Côte-du-Poivre

    Wöchentliche Öffnungszeiten

    Accessible toute l'année