Die Landschaft, ein militärstrategischer Ort

Bevor man den Wiederaufbau und die Rückverwandlung von Landschaften nach einem Konflikt analysiert, sollte man sich dafür interessieren, wie dem Soldaten die Landschaft erschien, für den sie zum Schauplatz seiner Auseinandersetzungen mit dem Feind wurde. Die Landschaft wird schnell vom Kriegsobjekt zum Kriegssubjekt, denn sie zwingt die kriegsführenden Parteien, ihre Umgebung und deren Einschränkungen zu nutzen und sie in die globale Militärstrategie miteinzubeziehen.

Corps 1

Carte topographique dans son édition du 6 octobre 1918.

Topografische Karte, herausgegeben am 6. Oktober 1918.
Das Netz der französischen und deutschen Gräben rund um Reims ist rot dargestellt. © Collection N. Jacob

 

Am Anfang war das Schlachtfeld, das heißt, ein richtiges Feld, mit einem durch die Reichweite der Waffen und die eingesetzten Truppen begrenzten Kampfbereich. Dieses Gelände von fast rituellem Charakter, von Marathon (490 v. Chr.) bis Fontenoy (1745), konnte schlammig wie in Azincourt (1415) oder hügelig wie am Weißen Berg (1620) sein. Die Schlachten des 19. Jahrhunderts wurden noch in dieser idealisierten Landschaft abgehalten, selbst wenn die englische Infanterie in Waterloo vom Mont Saint-Jean verdeckt wird und im August 1870 das Plateau von Gravelotte von einer tiefen Schlucht eingeschnitten ist. Dennoch sind Krieg und Taktik seit jeher auch gleichbedeutend mit Belagerungen, Festungen und sogar Hinterhalten und Kleinkriegen.

 

Vor 1914 setzt man diese Art der Kampftheorie in den Herbstmanövern fort, in der Ebene, ungeschützt, ohne sich um Schutz und Rückzug zu kümmern, denn die Doktrin ist vom Offensivgeist geprägt. Der Auftrag wie bei Pratzen (Austerlitz, 1805) dient als richtige Taktik, um eine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Ab 1914 sollten jedoch sowohl die Waffen als auch die eingesetzten Truppen den Raumbedarf des Krieges und die entsprechenden Landschaften grundlegend verändern.

 

DIE ZEIT DER EBENEN, KÜSTEN UND HOCHEBENEN

Die Offensive vom Sommer 1914 findet in den Getreideebenen oder auf den Wiesenflächen statt, wo die Regimenter aufmarschieren, um die deutschen Truppen in den Ardennen, dem Pays Haut, dem Waberland, dem Lothringer Stufenland und dem Oberelsass anzugreifen. Durch das Zusammentreffen mit dem Monat August bilden die „reifen Ähren und der gemähte Weizen“, eine Metapher des Dichters Charles Péguy, das natürliche Umfeld dieser ersten Offensiven, die schnell durch die Kombination aus den gut postierten deutschen Maschinengewehren und einer gefürchteten, hinter den Hängen und Anhöhen des Lothringer Stufenlands und dem Pays de Briey gut verborgenen, schweren Artillerie gestoppt wurden. Die auf die ersten Rückschläge folgende Schlacht an der Marne, wie sie General Joffre selbst nennt, findet in Wirklichkeit südlich des Flusses statt, in den Ebenen der sehr armen Champagne, in den Tälern der beiden Morin-Flüsse und bis zum Sumpf von Saint-Gond, wo die französischen und britischen Streitkräfte die deutsche Offensive stoppen.

 

"Système de tranchées", aquarelle d’André Devambez (1867-1944) représentant des soldats dans les tranchées

System der Schützengräben“, Aquarell von André Devambez (1867-1944), das Soldaten in den Schützengräben

kurz vor dem Kampf im Winter 1915 zeigt. © TopFoto / Roger-Viollet

 

Aber bald schon zeichnet sich eine weitere Gliederung ab, die den ganzen Krieg über andauern wird. Die Deutschen bringen sich auf den Anhöhen des Lothringer Stufenlands in Stellung und stoppen das XV. Korps in Morhange. Gleichermaßen wird eine Beendigung der Invasion in Lothringen durch den Stillstand auf der Grand-Couronne von Nancy, die zum System der Moselhänge gehört, möglich. Das Manöver Joffres in der Champagne stützt sich auf die Linie an der Maas und die Festungen des Systems der Eisernen Barriere (Séré de Rivières), von Toul über Verdun nach Argonne. Die Hänge, die Anhöhen aus Kalkgestein und ihre eingegrabenen Befestigungsanlagen sollten das Umfeld der großen Schlachten des Positionskrieges werden, der einen Besatzungskrieg in großem Maßstab bildet: Verdun, Bois le Prêtre, Argonne und der Chemin des Dames, in der Nähe der Linie der von den Deutschen angelegten Schützengräben. Anhöhen aus Kalkgestein mit geringen Höhendifferenzen sollten unter dem Feuer der verborgenen Artillerie und der Maschinengewehre in den Bunkern zu unüberwindbaren Hindernissen werden. Der Ansturm von einem Hang unter Beschuss bleibt ein symbolträchtiges Bild dieser Schlachten der Éparges, der Champagne oder um Verdun. Die alltägliche Umgebung der Soldaten und auch der Strategen wird durch die neue Kriegsform deutlich und nachhaltig verändert: Schützengrabensysteme, Zugangswege in der Tiefe, Zerstörung von Waldgebieten, Krater, Freilegen von Kellern, Verschwinden von Dörfern und Anbauflächen, Stacheldrahtsysteme, Betonbunker.

 

Die bereits in den ersten Operationen 1914 entscheidende Artillerie sollte immer beeindruckendere Kaliber in großer Zahl einsetzen. Außer der Feldartillerie vom berühmten französischen Typ 75 oder des weniger bekannten deutschen Typs 77, die in der Lage waren, Abschnitte durch Granatkartätschen, die nach ihrem Erfinder auch Schrapnellgeschütze genannt werden, zu neutralisieren, verwendet eine Stellungsartillerie, von 110 bis 520, alle verfügbaren Geschütze, selbst von der Marine. Damit versucht sie, die eingegrabenen feindlichen Stellungen zu zerstören, um das obsessiv verfolgte Ziel der beiden Kommanden vorzubereiten: die durchgehende Front zu durchbrechen.

 

Chasseurs alpins français au début de la Seconde Guerre mondiale, la levée des couleurs. © A. Harlingue / Roger-Viollet

Französische Gebirgsjäger am Beginn des Zweiten Weltkriegs, Hissen der Fahne. © A. Harlingue / Roger-Viollet

 

BEFESTIGTE LANDSCHAFTEN

 

Seit jeher waren Schlachtenlandschaften und befestigte Stellungen Gegenstand von dankenswerten Aquarellen. Der Erste Weltkrieg setzt diese Arbeit fort, die durch Panoramaaufnahmen, Luftaufnahmen und Richtpläne der Kampfgebiete mit den Schützengrabensystemen begleitet wurde. Die Luftwaffe trägt natürlich zur veränderten Sicht der Landschaft bei. Dennoch sollte es keiner damals üblichen Angriffstaktik, und vor allem nicht die eilige Betrauung der ungeschützten Züge im Niemandsland, gelingen, diese Front dauerhaft zu durchbrechen. Ab dem Frühling 1918 gelingt es den Deutschen, indem sie die Stellungen mit geschwächten Truppen nutzen. Jedoch wurden sie vor allem durch den diesmal siegreichen Gegenangriff in den Brie- und Tardenois-Feldzügen gestoppt, der von Renault-Panzern FT17 unterstützt wurde.

 

Als der Krieg zu Ende geht, sind die Landschaften im Einzugsgebiet der Armeen völlig verändert und werden auf verschiedene Art neu gestaltet: in vielen Fällen Rückkehr zur Landwirtschaft, in Flandern, dem Artois, der Picardie und Lothringen, Verwandlung in staatliche Waldgebiete wie rund um Verdun, Erhaltung der Spuren wie in Verdun, Bois le Prêtre oder den Hochvogesen, oder Errichtung von Denkmälern an wichtigen Schauplätzen des Konflikts. Nach dem Krieg halten die Truppen das linke Rheinufer besetzt. Der Fluss wird zum Schauplatz der Wacht am Rhein, mit seinen wichtigen Einrichtungen in charakteristischer Architektur: die großen Brücken von Mainz, Mannheim und Kehl sowie die Landschaften, die an Legenden, die Romantik oder Sagen der Schneise durch das Schiefermassiv erinnern, wie Mäuseturm und Lorelei.

 

In den Kolonien, in Marokko, in Französisch-Westafrika, entsteht durch die Bekämpfung der Stammesaufstände eine Mythologie der Legion und der Kolonialtruppen, aus der die Vorstellung einer Gegend mit steinigen Gebirgen und Wüstengebieten, mit Außenposten und Festungen folgt, die durch Literatur, Lieder und Kinofilme populär werden.

 

Mit der Wacht am Rhein und später mit der Überwachung der Maginot-Linie setzen die 1930er-Jahre und der „Sitzkrieg“ Landschaften in Szene, die große Befestigungsanlagen aus Stahlbeton, eine verstreute Artillerie mittlerer Reichweite in Lothringen sowie im Unterelsass und Bunker an der belgischen Grenze und an der Saar beherbergen. Das lange Warten in den Waldgebieten auf den alten, abgeschliffenen Granit- und Schiefermassiven der Ardennen, des Pays Haut, der Warndt-Senke, des Granitlandes des Pays de Bitche, dem Outre-Forêt, in den Waldlichtungen und auf den Weiden, die Schauplatz des Endes aller deutschen Offensivversuche und der Festlegung der Front werden sollten, so wie im Ersten Weltkrieg, aber mit Deckung.

 

In den Anlagen bilden die Männer Mannschaften, die an die Welt der Kriegsschiffe erinnern. Evakuierte Dörfer zwischen der Maginot-Linie und der Grenze werden zu Geisterstätten, ebenso wie diesseits des Westwalls, und sind der Schauplatz von Einquartierungen, um nicht zu sagen Handstreichen im Schnee des Winters 1940 durch die Chasseurs à pied (Jäger zu Fuß) in den Freischaren.

 

1940-1945: STÄNDIGES ANPASSEN AN NEUE LANDSCHAFTEN

 

Der Frankreichfeldzug ab dem 10. Mai sollte sich weder an solchen Hindernissen abspielen noch darauf konzentrieren. Stattdessen müssen die französischen Streitkräfte eine Reihe von Verteidigungskämpfen in den Getreideebenen Belgiens, des Artois, der Picardie, der Champagne, de Loiretals und in Gräben führen. Ebenen mit kämpferischen Auseinandersetzungen im belgischen Hannut oder im französischen Stonne: Panzerschlachten mit Vorrücken in einer ungeschützten Linie, Schießen auf Sicht, Herrschaft nicht nur der deutschen Panzer, sondern vor allem der 88 Luftabwehrgeschütze, die als Panzerabwehr verwendet werden. Die letzten Versuche eines Gegenangriffs sind das Werk des 4. DCR in Montcornet, später gelegentlich von einzelnen Bataillonen, die manchmal Panzernachschub bekommen, wie in Moncontour im Vienne-Gebiet oder in Faucogney in den Vogesen. Am 14. Mai wird die Maas mit ihren im Schiefer der Ardennen eingeengten Mäandern von den Pionieren und den Panzergrenadieren überquert. Der alliierte Generalstab versucht unablässig, an den aufeinanderfolgenden Bächen und Flüssen in den Tiefen eines ebenen Gebietes ohne sonstige Hindernisse wieder Fuß zu fassen. An der Somme, Aisne, Oise und der Loire versucht man sich neu aufzustellen. Die Taktik wiederholt sich: Blockade von Brücken, Zerstörungen, Hinterhalte mit zusammengezogenen Kanonen oder Panzern und neu gebildeten Schwadronen, Widerstand der Offiziersschüler der Kavallerie und des Zuges von Saumur im Verhältnis einer gegen zwanzig in Ponts de Cé und auf der Insel Gennes. Die letzten Gefechte finden an der Cahrente und der Rhône statt.

 

In den Alpen ist die Kulisse anders. Aufklärer mit Skiern, Infanteristen und Artilleristen der Vorposten und Festungen auf den Pässen und Bergkämmen an der Grenze der Gebiete Tarentaise, Maurienne, Briançonnais und Queyras führen Abwehrkämpfe in den Bergen über 2.000 m. Saumwege und verschneite Gipfel bilden den Horizont der Gebirgstruppen in einer Zeit des Jahres, in der die klimatischen Bedingungen in dieser Höhe weiterhin winterlich sind. Die zerstörten Forts de la Redoute und Festungen Turra, Janus und Mont Agel leisten Widerstand; die gut aufgestellten Haubitzen 280 Schneider oberhalb von Briançon zerstören die Türme der italienischen Festung von Chaberton durch gezielte Schüsse. Dennoch muss die von den Deutschen angegriffene Armée des Alpes auch Kämpfe an Klausen führen. Diese sind Sperren geologischen Ursprungs, die sich am Eingang großer Täler zwischen den voralpinen Massiven befinden, insbesondere in Bellegarde, Culoz und Voreppe. Landschaften aus großartig gefaltetem Kalkgestein für ein Häuflein Truppen, die sich gegen die Invasion wehren.

 

Soldats français ayant pris le maquis en signe de résistance, avançant sur un sentier de montagne, 1944. © Alinari / Roger-Viollet

Französische Soldaten, die sich als Signal des Widerstands der Bewegung angeschlossen haben, beim Vorrücken auf einem Bergpfad, 1944. © Alinari / Roger-Viollet

 

Nach dem Waffenstillstand sollte der Krieg das Freie Frankreich in Wüstengegenden führen, nach Äthiopien, Ägypten, in den Tschad: große Entfernungen, Weiten aus Stein und Sand, flaches Gelände, aber auch steile Hänge, Wadis, Oasen sind die Operationsgebiete der freien französischen Streitkräfte. Organisation, Geländesinn und ein spartanisches Leben sind die Bedingungen, unter denen diese Truppen gegen die weniger angepassten Feinde siegreich sind.

 

Die Kämpfe des Widerstands haben ebenfalls ihre Landschaften: die Bocage (Heckenlandschaft) und das Heideland im Haut Limousin mit ihren wenigen Straßen bilden das sogenannte „Kleine Russland“, das vier Jahre lang nicht unterworfen wird. Dieser ländliche Südwesten bleibt der Ort, an dem die Aktionen der Fallschirmjäger des Freien Frankreichs, der SOE stattfinden, aber auch die Repressionen eines Teils der SS-Division Das Reich, auf einem Marsch der Massaker von Montauban nach Tulle und Oradour. Dasselbe gilt für die Widerstandsgruppen in den Gebieten Piémont pyrénéen und Ariège, wo das steile Gelände, die Bevölkerung und die spanischen Flüchtlinge eine Einheit gegen den Besatzer bilden.

 

Andere Landschaften, in den Alpen, weisen Befestigungsanlagen auf, die errichtet wurden, um die deutschen Truppen zu binden Sie befinden sich auf den Massiven der Voralpen, Glières, Vercors sowie Beaufortain. Die Mulden der Voralpen erweisen sich als schlechte Zufluchtsorte, denn sie sind über Straßen von den Tälern aus erreichbar. Das Beaufortain ist ein kleines Granitmassiv, das stärker umschlossen und wilder ist. Der dortige Col des Saisies eignet sich für Fallschirmabwürfe und das Gebiet bleibt von den Angriffen der mobilen Gruppen der Reserve und der Alpenjäger verschont.

 

Die Wiedereroberung Europas aus der Luft und die deutsche Verzögerungstaktik geben den Operationen nach der Landung einen besonderen Charakter: die Kämpfe finden großteils in den zerstörten alten Städten Saint-Lô, Brest, Aix la Chapelle, Stuttgart oder an den improvisierten Verteidigungslinien statt, wo die Möglichkeiten für Hinterhalte genutzt werden: die normannische Bocage-Landschaft, die Moselhänge, die Wälder der Vogesen und Ardennen.

 

Die markanteste räumliche Anlage in diesem außergewöhnlichen Konflikt, die vor allem beim Vorrücken der alliierten Truppen entdeckt wurde, stellen jedoch die riesigen Lager dar, die sich in Deutschland, den annektierten Regionen und den eroberten Ländern befinden: Kriegsgefangene, spanische Republikaner, Zwangsarbeiter, Deportierte und Vernichtung kennzeichnen diese Landschaften mit ihren Stacheldrahtzäunen, ihren riesigen Baracken, den unaufhörlichen Bewegungen der Konvois und den Betriebsübernahmen in den benachbarten Fabriken. Das Lagersystem hinterlässt seine Spuren, sowohl im Bewusstsein der Befreier als auch in den Gebieten der Ebenen und Plateaus Nordeuropas.

 

Nach 1945 befinden sich die Schauplätze in Übersee, zuerst auf den Bergen mit tropischer Vegetation in der asiatischen Monsunregion sowie entlang der langen Kolonialwege und den Reisfeldern der Schwemmebenen in Indochina. In der Hitze und Feuchtigkeit gilt es, sich vor Guerilla-Aktionen zu schützen, sich in der Bevölkerung niederzulassen, zu überwachen, tödliche Fallen zu vermeiden, die Logistiklinien aufrechterzuhalten, zu leben und zu kämpfen. Dann der Algerienkonflikt von Djebel, in den nordafrikanischen Bergen, aber auch in den orientalischen Altstädten mit ihren labyrinthartigen Gässchen, den Kasbah. Diese weitläufigen oder engen Räume sind der Zufluchtsort des Aufstandes.

 

ZWISCHEN REISFELDERN UND BERGEN, WÜSTENFLÄCHEN UND STÄDTISCHEN RÄUMEN

 

Platz für Auslandsoperationen ab 1962: die Sahelzone, die Wüste, das Gebüsch, ohne Erhebung auf dem afrikanischen Tafelland, das sind die üblichen Landschaften für eine Taktik, die sich auf Marinetruppen oder mobile Legionen stützt, die mit leichten Panzerwagen ausgestattet sind und von Jaguar-Flugzeugen zur Verstärkung unterstützt werden. Sie reicht aus, um sich bis in die 1990er-Jahre die Herrschaft über ein ganzes Land zu sichern.

 

Harkis du 158e bataillon d’Infanterie du secteur de Mascara pendant la guerre d’Algérie, été 1961.

Harki vom 158. Infanteriebataillon des Mascara-Abschnittes im Algerienkrieg, Sommer 1961.
© J-P. Laffont / Roger-Viollet

 

Nicht so weit entfernt von uns bringen Interventionen im Rahmen der UNO oder der NATO unsere Truppen in Situationen, in denen sie in zerstörten oder vernichteten modernen Städten zum Einsatz kommen und bewaffneten Milizen wie auch regulären Truppen (schwerer Artillerie und Panzern) gegenüberstehen. Beirut, Sarajewo, Kabul und Syrien bieten alle Möglichkeiten für Hinterhalte und Angriffe mit Fahrzeugbomben. Afghanistan erlegt die Last seiner langen, steilen Straßen, seiner unermesslichen Täler und seiner aufständischen Nester auf. Der Nahe Osten bietet Schauplätze in der flachen Wüste und der mesopotamischen Schwemmebene mit Kämpfen auf große Distanz, mit Langstreckenwaffen oder der Luftwaffe.

 

Die Landschaften der Kampfstätten haben sich je nach Größe der Schauplätze als auch ihrer Lokalisation weiterentwickelt. Von Nord- und Nordostfrankreich mit seinen Ebenen, Hängen und Anhöhen hat der technisierte Krieg Kampfgebiete geschaffen, die sich auf Stützpunkte, Brücken und Städte auswirken, ohne die Schauplätze in Übersee zu vergessen, Wüsten, Dschungel und orientalische Städte entsprechend dem Anti-Guerilla-Kampf oder der Gebietsüberwachung.

 

1982 : l’armée française au Liban. © F-X. Roch/ECPAD/Défense

1982: französische Streitkräfte im Libanon. © F-X. Roch/ECPAD/Verteidigung

 

Die Taktik hat einerseits auch den Rahmen für Operationen geschaffen und musste sich andererseits an diese neuen Landschaften anpassen. Insgesamt haben sich die Verteidigung des Staatsgebietes und die internationalen Einsätze auf die ganze Welt ausgedehnt, weit über die Ebenen Nordfrankreichs hinaus. Diese Landschaften weisen die Spuren dieser Konflikte auf, die sich auf drei Arten zusammenfassen lassen: in den Erinnerungen der Kämpfer und in den Gedenkmaßnahmen, durch Gedenkfeiern an den Orten selbst, an einem Grabstein oder einem Denkmal; physische Zeichen, Ruinen, Befestigungsanlagen mit Projektileinschlägen oder ohne; Zeugnisse wie im Negativ, wiederaufgebaute Städte, verlassene Gebiete, aufgeforstete Wälder. Für jemanden mit einem geübten Auge wie auch für Vermittler des Gedenkens formt all das die von den Ereignissen unserer Geschichte geprägten Orte.