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Befreiung Frankreichs

Entraînement des fusiliers marins commandos français en Écosse en 1943
Entraînement des fusiliers marins commandos français en Écosse en 1943 - © Mémorial de Caen

Zusammenfassung

    Cartes
    Organisation des troupes terrestres allemandes à la veille du débarquement du 6 juin 1944.
    Opération Overlord.
    Le débarquement et la percée des Alliés sur le secteur de Sword Beach le 6 juin 1944.
    Le débarquement et la bataille de Provence.
    Les maquis en France.
    Lieu, date et nombre de victimes de massacres perpétrés par les troupes allemandes.
    L'offensive alliée en Alsace (Novembre-Décembre 1944).
    La libération du territoire.

    Zusammenfassung

    DATUM: Freitag, 11. Mai 1945

    ORT: Frankreich

    BETREFF: Kapitulation der nach Saint-Nazaire zurückgezogenen deutschen Truppen

    HERAUSGEGEBEN: Ende der deutschen Besatzung auf dem gesamten Staatsgebiet

    PRÄSENTE STREITKRÄFTE: Frankreich, Alliierte, Deutschland

    Die Alliierten, die im besetzten Frankreich zuerst am 6. Juni und dann am 15. August 1944 landen, tragen unbestreitbar zur Befreiung des Staatsgebiets, den Aufstand der Bevölkerung und der Mobilisierung der Widerstandskämpfer bei. Jedoch agieren sie nicht alleine. Die französischen Streitkräfte setzten sich ebenfalls ein, von den Stränden der Normandie bis zur Befreiung des Elsass.

    Aus vorwiegend politischen Gründen hat der Schlachtplan der Operation Overlord die großen französischen Einheiten nicht berücksichtigt. Dennoch befand sich unter den 156.000 Soldaten, die in der Normandie eingesetzt wurden, eine Handvoll Franzosen: 177 Soldaten des Marineinfanteriekommandos unter dem Befehl von Philippe Kieffer. Nachdem sie als erste am Sword Beach gelandet waren, besteht ihre Mission darin, die befestigte Stellung des ehemaligen Casinos von Ouistreham einzunehmen. Das Ziel wird mitten am Vormittag erreicht, jedoch hat das Kieffer-Kommando bis am Abend des 6. Juni, als es östlich der Orne Stellung bezog, bereits ein Viertel seiner Truppen verloren.

    Auch vor den Landungsstränden sind französische Seestreitkräfte präsent: unter den 6.000 alliierten Schiffen befinden sich zwölf französische, deren Aufgabe die Gewährleistung der Sicherheit der Konvois ist. Die Korvetten Aconit und Renoncule vor Utah, die Fregatten Escarmouche, L’Aventure und die Korvette Roselys bei Omaha, die Fregatte La Surprise und die Korvetten La Découverte und Commandant-d’Estienne-d’Orves bei Gold. Die Kreuzer Montcalm und Georges-Leygues sind mit dem pausenlosen Beschuss der Batterie von Longues-sur-mer vor Omaha betraut, während das Torpedoboot La Combattante vor Juno Beach die rechte Flanke der Kanadier schützt. Schließlich hat der Panzerkreuzer Courbet den Ärmelkanal für seine letzte Mission überquert: sie besteht darin, sich am 9. Juni vor Sword Beach selbst zu versenken, um als Mole zu dienen.

    Von den 11.600 eingesetzten Flugzeugen beteiligen sich etwa hundert Jäger oder Bomber der Gruppen Cigognes, Île-de-France, Alsace-Lorraine, Berry, Guyenne und Tunisie an den Flugeinsätzen vor und nach dem D-Day. Das Geschwader 342 (Lorraine-Gruppe) erhält am 6. Juni den heiklen Auftrag, vor den amerikanischen Stränden eine Nebelwand abzuwerfen, um die Annäherung der Armada zu verdecken. Beim Bodenangriff werden die Gruppen Cigognes, Île-de-France und Alsace zum Schutz der britisch-kanadischen Landungssektoren eingesetzt.

    Die französischen Fallschirmjäger springen über der Bretagne ab

    Aber sogar vor Beginn des Angriffs griffen weitere französische Spezialtruppen im Rahmen der Operation Overlord ein, dieses Mal in der Bretagne. Denn zur Sicherung des Brückenkopfs in der Normandie widmeten die Alliierten ihre Aufmerksamkeit dem bretonischen Widerstand, der die 150.000 Deutschen, die in der Region stationiert waren, binden konnte. Die französischen Fallschirmjäger der 4. Brigade des SAS von Kommandant Bourgoin werden dann in der Bretagne eingesetzt, um die Maquisards (Widerstandskämpfer) und die Forces Françaises de l'Intérieur (FFI, Französische Streitkräfte des Inneren) zu betreuen, die vor Ort mobilisiert wurden.

     

    décrochage Saint-Marcel

    SAS und Maquisards, die am 20. Juni 1944 nach dem Absetzen der Widerstandsgruppe Saint-Marcel (Morbihan) fotografiert wurden © OBL/Museum des bretonischen Widerstands

     

    In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 werden die Schützlinge der Leutnants Marienne und Déplante im Morbihan zwischen Plumelec und Guehenno abgesetzt (Mission Dingson). Im Gebiet Côtes-du-Nord landen die Gruppen Botella und Deschamps in der Nähe des Waldes von Duault (Mission Samwest). Sie bilden die Vorstufe für eine umfangreiche Luftoperation, die zwei Tage später geplant ist und 18 Sabotagegruppen einsetzen sollte. Auch wenn diese Operation reibungslos abläuft, ist sie im Morbihan, wo die Gruppe Marienne in der Nähe eines deutschen Posten landet, heikler. Da die Franzosen schnell eingekreist werden und ohne Munition sind, müssen sie aufgeben. Von den Gefangenen wird der bereits verletzte Gruppenführer Émile Bouëtard kaltblütig ermordet. Er ist der erste Franzose, der am 6. Juni 1944 den Tod gefunden hat.

    Die Basis Samwest, die ab dem 12. Juni von den Deutschen angegriffen wird, muss sich am Abend des 13. auflösen. Im Morbihan trat die Widerstandsgruppe Saint-Marcel mit der Ankündigung der Landung in Aktion, nachdem sie die SAS aufgenommen hatte, die mit der Koordination der Maßnahmen der FFI sowie der zahlreich herbeiströmenden, aber oft unbewaffneten Freischützen und Partisanen (FTP) beauftragt waren. Durch Dutzende Fallschirmabwürfe gelingt es schnell, zwischen 3.000 und 4.000 Männer zu bewaffnen. Die von diesen Fallschirmabwürfen alarmierten Deutschen beschließen daher, zur Tat zu schreiten.

    Die deutschen Artillerie- und Panzertruppen, die von einer Division unterstützt werden, stürzen sich am 18. Juni auf die Basis Saint-Marcel, die von 2.500 Männern, davon 140 Fallschirmjägern, verteidigt wird. Nach heftigen Kämpfen ziehen sich die Widerstandskämpfer am Abend zurück, wobei sie etwa dreißig Männer verlieren. In der Region wird tagelang eine schreckliche Menschenjagd veranstaltet. 42 Franzosen werden getötet, darunter 6 Fallschirmjäger, und Dutzende weitere verletzt; Dörfer werden niedergebrannt. Leutnant Marienne wird am 2. Juli mit fünf weiteren SAS-Mitgliedern ermordet.

    Am 4. August wird schließlich der Befehl zum allgemeinen Aufstand ausgegeben, während die Amerikaner in die Bretagne vordringen. Trotz der Niederlage der Widerstandsgruppe Saint-Marcel sollte der durch die SAS unterstützte bretonische Widerstand aktiv zum amerikanischen Sieg in der Bretagne beitragen.

    Frankreich in der Schlacht der Normandie

    An der Front der Briten wird die Aktion des Kieffer-Kommandos über den 6. Juni hinaus fortgeführt. Zwei Monate lang führen die Kommandos östlich der Orne ohne Nachschub einen Stellungskrieg nur wenige hundert Meter von den deutschen Linien entfernt. Nur die Nachtpatrouillen können die Moral der Truppen aufrechterhalten, während sie dem Feind den Eindruck einer Überzahl auf alliierter Seite vermitteln. Der deutsche Rückzug vom 15. August ermöglicht die Rückkehr zum Bewegungskrieg. Die Franzosen liefern am 20. August in L’Épine ihre letzten Kämpfe, kommen bis Pont-L’Évêque, bevor sie am 8. September 1944 wieder nach England zurückkehren. Sie lassen 17 Kameraden zurück, die in den Kämpfen gefallen sind.

     

    Leclerc Normandie

    Landung von General Leclerc und der 2. DB in Utah Beach in der Normandie, 1. August 1944. © ECPAD-Verteidigung

     

    In der Zwischenzeit ist eine andere französische Einheit in der Normandie an Land gegangen. Die am 1. August am Strand von Saint-Martin-de-Varreville gelandeten 16.000 Mann der Division Leclerc sind zur Verstärkung der 3. amerikanischen Armee gekommen, die im Begriff ist, den Süden der Normandie zu überrollen. Die 2. DB erreicht Avranches am 8. August, Le Mans am 9., bevor sie Richtung Norden geht, um sich an der Schließung des Kessels von Falaise zu beteiligen.

    Nachdem Leclerc am 12. August in Alençon den Sieg davongetragen hat, war er beim Rückzug des Feindes dabei und verliert die Geduld, als sich Paris ab dem 10. August erhoben hat. Die Truppen von Oberst de Langlade werden am 19. August beim Mont Ormel eingesetzt, wo die 1. polnische DB kämpft, die gerade die Schlinge um den Rest der 7. deutschen Armee zugezogen hat. Drei Tage später erlaubt das amerikanische Kommando schließlich Leclerc, sich auf Paris zu stürzen. Die Schlacht der Normandie sollte 860 Männer das Leben kosten, von den 135 in der 2. DB getötet wurden.

    „Auf dem Weg in die Hauptstadt“

    Die Ankunft der 2. DB, der alliierte Vormarsch und die Ankündigung der Landung in der Provence haben den Aufstand der Pariser Bevölkerung stark gefördert. Alles beginnt mit einem Streik der Eisenbahner am 10. August 1944, der von den Polizisten aufgegriffen wird, bevor er zu einem Generalstreik wird. Während die Generalmobilmachung am 18. August ausgerufen wird, besetzen die Aufständischen die öffentlichen Gebäude, wie die Polizeipräfektur und das Rathaus. Nach der Ablehnung eines Waffenstillstandes werden die intensiven Straßenkämpfe zwischen den FFI und den Deutschen fortgesetzt. In Paris werden ab dem 22. nach dem Aufruf an die Pariser, auf die Straßen zu gehen, unzählige Barrikaden errichtet. Da Eisenhower weiß, dass sich die Pariser Bevölkerung nicht lange halten wird können, lässt er sich von General de Gaulle überzeugen und schickt die Division Leclerc. Nachdem es von den Amerikanern umgangen werden musste, taucht Paris nun auf ihrem Marschplan auf.

    Auf dem Weg in die Hauptstadt führt Leclerc schwere Kämpfe rund um Longjumeau, La Croix-de-Berny und Fresnes. Während er hoffte, vor der Nacht in Paris anzukommen, hielten seine am weitesten vorgerückten Panzer am 24. August an der Pont de Sèvres und in Bourg-la-Reine. Ungeduldig befiehlt er Hauptmann Dronne nach Paris, um die Ankunft seiner Division für den nächsten Tag anzukündigen. Gegen 21:30 Uhr erreichen die Truppen von Dronne das Rathaus zur großen Überraschung der Bevölkerung, die gekommen ist, um die Befreier zu bejubeln. Am nächsten Tag hält Leclerc einen triumphalen Einzug am Bahnhof Montparnasse. Dort richtet er seinen Kommandoposten ein, während seine taktischen Truppen Paris besetzen. Der am Nachmittag von General von Choltitz unterzeichnete Akt der Kapitulation wird von etwa zwanzig Waffenstillständen begleitet, die sich an alle deutschen Widerstandspunkte richten. Manche, wie jener im Palais du Luxembourg oder dem Hôtel Crillon ergeben sich erst am späten Abend.

    Militärischer und politischer Sieg - Paris wurde nicht zerstört und General de Gaulle tritt als unbestrittener Anführer auf - die Befreiung von Paris hat jedoch auch menschliche Verluste gebracht: 1.000 Tote und 1.500 Verletzte bei den FFI, 600 Tote und 2.000 Verwundete auf ziviler Seite, 130 Getötete und 225 Verletzte in den Reihen der 2. DB. Während sich Paris erhob, landeten am 15. August 1944 die Alliierten in der Provence. Das Ziel? Dem Feind einen entscheidenden Schlag versetzen und einen Brückenkopf in Toulon einzurichten, bevor man Marseille erobert und dann weiter nach Lyon vorrückt, um sich mit den Overlord-Truppen zusammenzuschließen. Für diese Operation Dragoon bildeten vier französische Divisionen, die in Italien gekämpft hatten, und drei weitere in Nordafrika vor allem aus Nordafrikanern zusammengesetzte Einheiten, die Armee B von General de Lattre, die in die 7. amerikanische Armee integriert war.

    Die Franzosen vom 15. August

    Die ersten Franzosen, die zum Einsatz kommen, sind jene von Oberstleutnant Bouvet. Die am 14. August um Mitternacht gelandeten 750 Soldaten des afrikanischen Kommandos zerstören die Batterien vom Cap Nègre, bevor sie die Flanke der Landung schützen. Am anderen Ende des Aufgebots sollen 67 französische Kämpfer der korsischen Marineangriffstruppe ein Ablenkungsmanöver in Antibes und Nizza durchführen. Nachdem sie zwischen Théoule und Le Trayas gelandet waren und in Minenfeldern festsaßen, lassen sie 10 Tote und 28 Gefangene zurück. Die Hauptwellen der französischen Kämpfer versammeln sich am Morgen des 16. August rund um Cogolin und Grimaud, nachdem sie problemlos in der Bucht von Cavalaire und im Golf von Saint-Tropez gelandet waren. Seiner Planung weit voraus rät de Lattre dann zu einem mutigen Schlag: Toulon überraschend einnehmen und gleichzeitig Marseille angreifen.

     

    débarquement Provence

    Landung von Verbänden der 3. DIA (algerische Infanteriedivision) in der Region von Saint-Tropez, August 1944. © Auclaire/ECPAD/Verteidigung

     

    Trois divisions françaises convergent vers Toulon : la 3e division d’infanterie algérienne (DIA) au nord, la 1re division motorisée au sud, la 9e division d’infanterie coloniale (DIC) à l’est. Après trois jours de combats, la jonction se réalise le 23 août dans le secteur de La Valette et du Mont Faron. Entrées les premières dans la ville, les unités de la 3e DIA atteignent le fort de Malbousquet, la gare et l’Arsenal. Sous les assauts des tirailleurs et des Chocs, la Poudrière Saint-Pierre tombe, tandis que la Tour Beaumont, la Croix Faron et le fort Saint Antoine sont libérés avec l’aide des FFI. Les forts Lamalgue, Malbousquet, Artigues et les ouvrages du Mourillon cèdent face aux tirailleurs de la 9e DIC. Le 26 août, la bataille de Toulon s’achève avec la libération de La Seyne et la capture de 25 000 Allemands. À Marseille, l’insurrection décrétée le 20 août a conduit les FFI, maîtres de la ville mais à court de moyens, à réclamer l’aide des troupes régulières. La 3e DIA investit rapidement le cœur de la cité, le 23 dans la matinée. Les combats font rage dans le quartier Saint-Charles et de Notre-Dame-de-la-Garde. Le 25 août, deux groupements sont envoyés contre les derniers nids de résistance de la zone portuaire, de l’Estaque et de Notre-Dame-de-la-Garde, tandis que les batteries toujours actives du Racati et du Cap Janet sont pilonnées. Le 26 au soir, le fort Saint-Nicolas et le sud de la ville sont définitivement nettoyés. Le 28 août, 7 000 Allemands déposent les armes, trente-six heures après la chute de Toulon.

    Remonter vers la Bourgogne

    Dans leur progression vers la Bourgogne et afin de couper la retraite allemande vers l’est et vers le Rhin, les Alliés lancent le 2e corps français sur l’axe Chalon-Dijon-Épinal-Strasbourg. La remontée est fulgurante. Saint-Étienne est libéré le 1er septembre. Lyon évacuée par les Allemands est investie le 3 septembre par la 1re DFL. Beaune est libérée le 8 septembre, Autun le 9 après de violents combats alors que Dijon abandonnée dans la nuit du 10 au 11 retrouve sa liberté à son tour. Rapidement investie et malgré de vives résistances à la citadelle, Langres est libérée le 13 septembre. La veille, le 1er régiment de fusiliers marins de la 1re DFL est entré en contact, à Châtillon-sur-Seine et Nod-sur-Seine, avec le régiment de spahis marocains de la division Leclerc. Overlord et Dragoon sont alors réunis avec quatre mois d’avance sur les prévisions. Le 15, de Lattre reçoit l’ordre de se regrouper face aux Vosges pour l’offensive sur l’Alsace.

    Drei französische Divisionen brechen Richtung Toulon auf: die 3. algerische Infanteriedivision (DIA) im Norden, die 1. motorisierte Division im Süden und die 9. koloniale Infanteriedivision (DIC) im Osten. Nach dreitägigen Kämpfen erfolgt der Zusammenschluss am 23. August im Abschnitt von La Valette und Mont Faron. Die Einheiten der 3. DIA, die zuerst in die Stadt kommen, erreichen die Festung Malbousquet, den Bahnhof und das Arsenal. Unter den Angriffen von Infanteristen und Choc-Einheiten fällt die Poudrière Saint-Pierre, während der Beaumont-Turm, das Croix Faron und die Festung Saint Antoine befreit werden. Die Festungen Lamalgue, Malbousquet, Artigues und die Bauwerke im Viertel Le Mourillon geben angesichts der Infanteristen der 9. DIC auf. Am 26. August endet die Schlacht von Toulon mit der Befreiung von La Seyne und der Gefangennahme von 25.000 Deutschen. In Marseille veranlasste der am 20. August beschlossene Aufstand die FFI, die in der Stadt regierten, jedoch nur knappe Mittel hatten, die Hilfe regulärer Truppen anzufordern. Die 3. DIA nimmt am Vormittag des 23. schnell das Stadtzentrum ein. Die Kämpfe wüten in den Vierteln Saint-Charles und Notre-Dame-de-la-Garde. Am 25. August werden zwei Verbände gegen die letzten Widerstandsnester in das Hafengebiet und die Bereiche L'Estaque und Notre-Dame-de-la-Garde geschickt, während die immer noch aktiven Batterien von Le Racati und dem Cap Janet pausenlos bombardiert werden. Am Abend des 26. sind die Festung Saint-Nicolas und der Süden der Stadt endgültig gesäubert. Am 28. August legen 7.000 Deutsche die Waffen nieder, sechsunddreißig Stunden nach dem Fall von Toulon.

    Vormarsch in die Bourgogne

    Bei ihrem Vorrücken in die Bourgogne und um den deutschen Rückzug nach Osten und zum Rhein abzuschneiden, entsenden die Alliierten das 2. französische Korps an die Linie Chalon-Dijon-Épinal-Straßburg. Der Vormarsch erfolgt blitzschnell. Saint-Étienne wird am 1. September befreit. Das von den Deutschen evakuierte Lyon wird am 3. September von der 1. DFL eingenommen. Beaune wird am 8. September befreit, Autun nach heftigen Kämpfen am 9., während das aufgegebene Dijon in der Nacht vom 10. auf den 11. seine Freiheit wiedererlangt. Langres wird schnell erobert und trotz heftigen Widerstands bei der Zitadelle am 13. September befreit. Am Vortag trat das 1. Marineinfanterieregiment der 1. DFL in Châtillon-sur-Seine und Nod-sur-Seine mit dem Regiment der marokkanischen Spahi der Division Leclerc in Kontakt. Overlord und Dragoon sind daher vier Monate früher als geplant vereint. Am 15. erhält de Lattre den Befehl, sich vor den Vogesen für die Offensive im Elsass zusammenzuschließen.

     

    défilé Dijon

    Nach der Befreiung von Dijon, Truppenparade der französischen Armee und der FFI vor dem Rathaus, 13. September 1944. © Auclaire/ECPAD/Verteidigung

     

    Die Mobilisierung der Maquisards (Widerstandgruppen)

    Die geheimen Truppen, die nunmehr in aller Öffentlichkeit agieren, kämpfen auf andere Weise. In der Normandie haben die Maquis in der Nähe der Landungszone die Alliierten in der Vorbereitung der Overlord-Angriffsgebiete vor allem mit wertvollen Informationen versorgt. Die Widerstandsgruppe Saint-Marcel in der Bretagne, die sich sofort verpflichtet hat, überlebte den Angriff vom 18. Juni nicht. Weit von der normannischen Front entfernt sind es vor allem die großen mobilisierenden Widerstandsgruppen, die die Aufmerksamkeit des Besatzers binden.

     

    Maquis du Vercors col de la Croix haute

    Widerstandsgruppe von Vercors, Col de la Croix haute, 11. Juli 1944. © Sammlung Maurice Bleicher

     

    Bei Bekanntgabe der Landung begaben sich 4.000 Widerstandskämpfer in den Vercors, der in ein befestigtes Lager verwandelt war. Im Vertrauen auf die unmittelbar bevorstehende Verstärkung, haben die FFI sogar die Republik des Vercors ausgerufen. Die Reaktion des Feindes auf die Fallschirmabwürfe vom 14. Juli lässt nicht auf sich warten. Am 21. Juli unterstützen 40 Flugzeuge, die auf die Anhöhen geschickt wurden, die Angriffe der 157. deutschen Infanteriedivision und der Miliz. Das Plateau wird in zwei Tagen gesäubert. Bis zum 27. Juli wird schreckliche Vergeltung an den sich zurückziehenden Widerstandskämpfern geübt und ihre Verwundeten werden in der Höhle La Luire und in den Dörfern des Plateaus hingerichtet. Zum Drama der Widerstandsgruppe des Vercors haben viele Faktoren beigetragen, wie die fehlende Luftunterstützung, ein zu schwacher Mobilisierungsplan und unzureichende militärische Mittel. In den Rückzugsstellungen der Auvergne versammelte die Massenaushebung der FFI 5.500 Kämpfer am Mont Mouchet und in den Massiven La Truyère und Le Lioran. Ein erster Angriff wird am 2. Juni 1944 südlich des Mont Mouchet zurückgeschlagen, wo sich 2.700 Mann versammelt haben. Die von der Landung in den Bann geschlagenen Widerstandskämpfer bekommen am 10. Juni einen zweiten Angriff ab. In der Nacht wird der Rückzug nach Süden angeordnet, der 160 Todesopfer fordert. Der dritte Angriff auf die Rückzugsstellung La Truyère wird am 20. Juni 1944 gestartet.

    Nachdem die Widerstandskämpfer 123 der ihren verloren haben, entkommen sie aus der Einkesselung. Wieder einmal war der Einsatz der Résistance verlustreich.

    Von den FFI (Französischen Streitkräften des Inneren) zur regulären Armee

    Der seit Mitte August von den Deutschen geräumte Süden Frankreichs wird zumeist durch die alleinige Aktion der FFI befreit. Von Bordeaux aus, das am 28. August befreit wurde, ziehen sich 76.000 Deutsche in Richtung Dijon zurück. Als die Elster-Kolonne (20.000 Deutsche) anhält, wird sie von allen Seiten schikaniert. Eine französische Kolonne, die Kräfte der FFI versammelt, muss auf Befehl von Oberst Schneider ihren Rückzug abschneiden. Während es den Truppenspitzen gelingt, Dijon zu erreichen, muss sich Elster am 10. September den Amerikanern und dann am 11. den Widerstandskämpfern in Issoudun ergeben. In den Departements Pas-de-Calais, Nord, Aisne, Meuse, Meurthe-et-Moselle und den Vogesen ermöglicht die Aktion der FFI gleichzeitig den alliierten Vorstoß an der Maas und der Mosel. Das Phänomen der FFI wird Ende des Sommers so wichtig, dass sich ihre Einbindung in die reguläre Armee durchsetzt. 105.000 Mann kommen daher im Oktober 1944 zur 1. Armee. 20.000 weitere Kämpfer werden in die neue 27. Gebirgsinfanteriedivision an der Alpenfront eingegliedert, während Widerstandskämpfer und FFI an der Atlantikfront die Belagerung der befestigten deutschen Zonen übernehmen.

    Einhaltung des Kufra-Eids

    Nach mehr als einmonatigem Kampf sind die französischen Einheiten erschöpft sowie durch Verluste und große logistische Schwierigkeiten geschwächt. Die Deutschen halten ihre Stellungen und verhindern, dass die Alliierten das Elsass überrollen. Der am 25. September gestartete französische Angriff muss Belfort zwischen Gérardmer und dem Elsässer Belchen umgehen. Nach dreitägigem Kampf, als die Hügel der Vogesen bereits in Sicht sind und der Durchbruch beschlossen ist, muss de Lattre verzichten, um der Verlängerung der Front nach Norden die Stirn zu bieten. Die 3. DIA liefert sich hier schwere Kämpfe, während die 1. DFL im Süden dem Druck standhält. Der amerikanische Vorstoß nach La Bresse führt dazu, dass die feindliche Frontlinie am 17. Oktober zerstört wird. Das kann aber nicht genutzt werden, da die Truppen von den Kämpfen und dem deutschen Widerstand aufgerieben zu sein scheinen. Fast 4.000 Mann wurden kampfunfähig gemacht, davon 800 getötet. Die Hoffnung, in die Ebene des Elsass aufbrechen zu können, rückt endgültig in weite Ferne, als de Lattre beschließt, die Anstrengungen seiner Armee im Abschnitt des 1. Korps zu verlagern.

     

    Leclerc Strasbourg

    General Leclerc begrüßt die auf der Place Kléber in Straßburg versammelten Gruppen am 26. November 1944 im Rahmen einer Feier, die nach der Befreiung der Stadt durch seine Division abgehalten wurde.
    © Castelli/ECPAD/Verteidigung

     

    Die Alliierten haben den französischen Truppen einen sehr großen Einsatz im Elsass gesichert, um ihre große Offensive gegen Straßburg und Deutschland auszuführen. Sie starten am 14. November, befreien Montbéliard am 17. und Belfort am 25. Seit dem 19. November ist die 1. Armee am Rhein, während Mulhouse am 20. erobert wird. Am 24. wird der Elsässer Belchen von der 1. DFL eingenommen. Die Verbindung zwischen den beiden Armeekorps wird somit hergestellt und nebenbei werden fast 10.000 Deutsche eingekesselt. Die ursprünglich dem 6. amerikanischen Korps vorbehaltene Einnahme Straßburgs wurde noch vorher der 2. DB anvertraut. Der taktische Verband Rouvillois dringt am 23. November als erster in Straßburg ein. Die Stadt ist in zwei Tagen bis zur deutschen Kapitulation gesäubert. Mit dem Hissen der Trikolore auf dem Münster setzt General Leclerc den Eid durch, den er vor seinen Männern am 1. März 1941 in Kufra abgelegt hat und der besagt „die Waffen erst dann niederzulegen, wenn die Trikolore auch über Metz und Straßburg weht“.

    Sechs Monate nach der Landung vom 6. Juni dürfen die psychologischen Auswirkungen dieser Befreiung nicht die militärische Realität vor Ort verbergen: Frankreich ist weit davon entfernt, befreit zu sein. Die Bemühungen der Alliierten, die sich nunmehr auf den Einmarsch ihrer eigenen Truppen in Deutschland konzentrieren, hinterlassen den französischen Streitkräften große Verantwortungsbereiche: den Schwerpunkt der Verteidigung Straßburgs sicherstellen, den Verteidigungskessel von Colmar verkleinern und die an den vergessenen Fronten - den Atlantik-Kesseln und der Alpengrenze - gebildeten Rückzugsstellungen befreien, wo die Deutschen nach wie vor Widerstand leisten. Bis zur Befreiung des gesamten Landes, die mit der Kapitulation von Saint-Nazaire am 11. Mai 1945 wirksam wird, sind noch weitere Schlachten zu führen.

    Autor

    Stéphane Simonnet - Forscher an der Universität Caen Normandie

    Mehr kennen

    Nous, les Hommes du commando Kieffer, Stéphane Simonnet, Tallandier, 2019

    Les Français dans le Débarquement, Stéphane Simonnet, Orep Editions, 2019

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